Anderson, Penn und Serebrennikov im Wettbewerb von Cannes

Mit Filmen von François Ozon, Nanni Moretti, Wes Anderson, Sean Penn, Kirill Serebrennikov, Paul Verhoeven, Apichatpong Weerasethakul, Jacques Audiard und anderen internationalen Größen im Wettbewerb feiern die 74. Filmfestspiele Cannes ab 6. Juli „ein großes Filmjahr“, wie Festivaldirektor Thierry Frémaux am Donnerstag bei einer Pressekonferenz bekanntgab. Aus österreichischer Sicht erfreulich: Zwei heimische Produktionen laufen in der Reihe „Un Certain Regard“.

„Wir haben ein paar Lockdown-Filme gesehen, aber nicht viele“, resümierte Frémaux die durch die Corona-bedingte Verschiebung und den Produktionsstau in vielen Ländern ungewöhnlich lange und intensive Sichtungs-Periode. „Annette“ von Leos Carax ist der Eröffnungsfilm, 24 Filme stellen sich dem Urteil der von Spike Lee angeführten Jury, die am 17. Juli die Preise vergeben wird. Sieben Wettbewerbsfilme kommen aus Frankreich, drei aus den USA.

Vier Wettbewerbsfilme stammen von Frauen. Dazu gehört „De son vivant“ (etwa: Zu seinen Lebzeiten) der französischen Regisseurin Emmanuelle Bercot, in der Catherine Deneuve die Mutter eines krebskranken Sohnes spielt. Die Dreharbeiten mussten unterbrochen werden, weil Deneuve einen leichten Schlaganfall erlitt. Inzwischen ist die 77-Jährige aber wieder wohlauf. Sechs Filme, darunter „The Velvet Underground“ von Todd Haynes, werden außer Konkurrenz gezeigt. In der neuen Schiene „Cannes Premiere“ werden Arbeiten von u.a. Mathieu Amalric, Charlotte Gainsbourg und Kornél Mundruczo zu sehen sein.

In der renommierten Reihe „Un Certain Regard“ sind auch zwei heimische (Ko-)Produktionen zu finden. „Große Freiheit“ des 1976 in Kitzbühel geborenen Regisseurs Sebastian Meise ist eine paritätisch österreichisch-deutsche Produktion von FreibeuterFilm und Rohfilm Productions. „Nach einer langen Reise von der ersten Idee über die Herausforderungen der Pandemie, ist es der beste Ort um Sebastian Meises kraftvollen Film über Liebe und Sehnsucht nach Freiheit vorzustellen“, freuten sich die Produzenten Sabine Moser, Oliver Neumann und Benny Drechsel in einer Aussendung. „Im repressiven Nachkriegsdeutschland wird Hans (Franz Rogowski) wegen seiner Homosexualität immer wieder eingesperrt. Der berüchtigte Paragraph 175 macht all seine Hoffnungen auf ein Leben in Freiheit zunichte. Im Gefängnis trifft er auf Viktor (Georg Friedrich), einen verurteilten Mörder“, heißt es über den Plot. „Aus gegenseitiger Abscheu entsteht ausgerechnet mit ihm über die Jahre eine Liebe.“

„Moneyboys“ ist das Langfilmdebüt des Regisseurs C.B. Yi, der auch das Drehbuch geschrieben hat. Österreichische Produzentinnen des von KGP Filmproduktion mit Frankreich, Taiwan und Belgien koproduzierten Film sind Barbara Pichler und Gabriele Kranzelbinder. Zur Synopsis heißt es: „Fei arbeitet als ‚Moneyboy‘, was ihm eine Menge Geld einbringt, da Prostitution in seinem Heimatland illegal ist. Es gibt ihm eine Möglichkeit, seine Familie finanziell zu unterstützen. Der erfahrene Moneyboy Xiaolai nimmt Fei unter seine Fittiche.“

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Laut Aussendung der Austrian Film Commission sind zudem zwei weitere Filmprojekte, die sich noch in Postproduktion bzw. Entwicklung befinden, in Cannes präsent: Lukas Valenta Rinners Projekt „Landscapes of Fear“ im Atelier der Cinéfondation, die Plattform Frontières des Marché du Film hat „Rubikon“, das kurz vor Fertigstellung befindliche Spielfilmdebüt von Magdalena Lauritsch, in sein Buyers Showcase eingeladen.

Nach dem Ausfall des Festivals im Vorjahr freut man sich in Cannes sehr darauf, wieder internationale Gäste aus der Filmwelt begrüßen zu können. Die Anti-Corona-Maßnahmen werden freilich weiter strikt bleiben – und auch innige Umarmungen und Küsse auf dem Roten Teppich würden heuer wohl unterbleiben müssen, warnte der Festivaldirektor.

(S E R V I C E – )

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