Zwei Tote bei Überschwemmungen in Australien

Bei den Überschwemmungen im Nordosten Australiens gibt es erste Todesopfer. In der schwer betroffenen Küstenstadt Townsville wurden zwei Leichen aus dem Wasser geborgen, teilte die Polizei am Dienstag mit. Wegen andauernder Regenfälle wurde vor weiterem Hochwasser gewarnt. Australiens Premier Scott Morrison sagte im Katastrophengebiet, für die Bevölkerung werde es “für eine Weile hart” bleiben.

Vor dem Fund der beiden Leichen waren nach Polizeiangaben zwei junge Männer im Alter von 21 und 23 Jahren als vermisst gemeldet worden. Sie waren zum letzten Mal am frühen Montagmorgen gesehen worden, als das Wasser in Townsville seinen Höchststand erreicht hatte.

Die Stadt war nach ungewöhnlich heftigen Regenfällen über mehrere Tage hinweg zum Katastrophengebiet erklärt worden. Am Dienstag entspannte sich die Lage in Townsville etwas. Die nationale Wetterbehörde sagte für die nächsten Tage jedoch wieder starken Regen voraus. Große Teile der Stadt stehen immer noch unter Wasser. Mehrere hundert Einwohner mussten ihre Häuser verlassen. Sie sind nun in Notunterkünften untergebracht. Townsville liegt an der australischen Ostküste, in der Nähe des weltgrößten Korallenriffs Great Barrier Reef. In der Stadt leben etwa 190.000 Menschen.

Die Wassermassen hatten im Bundesstaat Queensland Tausende Häuser und Fahrzeuge überflutet und für die Schließung von Flughäfen und Schulen gesorgt. In Townsville waren am Dienstag weiterhin rund 11.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. “Es wird hart, es wird für eine Weile hart sein”, sagte Regierungschef Morrison bei seiner Reise durch das Hochwassergebiet. Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Flutopfer die Aufräumarbeiten bewältigen und “ihr Leben wieder aufbauen” könnten.

“Menschen und Unternehmen haben alles verloren”, sagte Rebecca Chilmaid, die im Katastrophengebiet lebt. Viele Bewohner stünden wegen des Hochwassers “ohne Kleidung, Autos, ihre Häuser” da. Die Behörden warnten unterdessen vor weiteren Überschwemmungen im Nordosten des Landes. “Wir rechnen weiter mit heftigem Regen”, sagte Richard Wardle von der Meteorologiebehörde des Bundesstaats Queensland. Es gebe eine “erhöhte Gefahr von Sturzfluten”. Erst am Wochenende könnte sich die Lage vermutlich entspannen.

Da das Wasser in einigen Regionen am Dienstag bereits zurückging, wurden die Bewohner vor möglichen Gefahren bei der Rückkehr in ihr Zuhause gewarnt – unter anderem wegen Krokodilen, die in den Überschwemmungsgebieten gesichtet wurden. Queenslands Premierministerin Annastacia Palaszczuk rief die Bevölkerung auf, bei Aufräumarbeiten zur Sicherheit geschlossene Stiefel zu tragen. Sie hatte die Überschwemmungen am Vortag als “Jahrhundert-Ereignis” bezeichnet.

In Australiens tropischem Norden sind starke Regenfälle in der Monsunzeit typisch. In einigen Regionen fiel allerdings innerhalb von nur einer Woche so viel Regen wie sonst im gesamten Jahr. Grund ist ein Monsun-Tiefdruckgebiet, das sich nur sehr langsam von der Stelle bewegt und große Mengen Niederschlag freigibt. In den vergangenen Wochen hatten weite Teile Australiens unter extremer Hitze mit Temperaturen weit über 40 Grad gelitten. Der Jänner war der heißeste Monat im Land seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.