Zwei von drei haben Angst, im Ernstfall etwas falsch zu machen

OÖ. Rotes Kreuz startet mit 30. September Erste-Hilfe-Kurse in den Ortsstellen — Wenige Handgriffe entscheiden oft über Leben und Tod

LINZ —Rund 38.000 Oberösterreicher absolvierten 2018 einen Erste-Hilfe-Kurs beim OÖ. Roten Kreuz (OÖRK). Obwohl immer mehr Menschen professionell helfen wollen, sind viele im Ernstfall überfordert.

Oft fehlt ihnen der Mut, anzupacken und vielleicht ein Leben zu retten. Laut einer OÖRK-Befragung ängstigen sich zwei von drei Personen davor, im Ernstfall Erste Hilfe leisten zu müssen. „Zumeist liegt das Zögern in der Angst begründet, Fehler zu machen“, weiß Rotkreuz-Präsident Walter Aichinger. „Jeder kann in die Situation kommen, Erste Hilfe leisten zu müssen. Ein Kurs nimmt die Angst und gibt Sicherheit.“

Knapp die Hälfte der Österreicher war schon ein- oder mehrmals in der Situation, Erste Hilfe leisten zu müssen. Nichts zu tun ist das Einzige, was Menschen im Notfall falsch machen können. Wenn etwa bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand keine unmittelbare Hilfe einsetzt, verschlechtert sich die Überlebensrate mit jeder Minute um bis zu zehn Prozent.

Auffrischungskurse ebenfalls angeboten

Aus diesem Grund startet das OÖ. Rote Kreuz ab 30. September wieder mit flächendeckenden Erste-Hilfe-Kursen in den Ortsstellen. „Mit diesem Angebot leisten wir einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit in unserer Gesellschaft. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass sich ein Erste-Hilfe-Kurs zu 100 Prozent lohnt, auch wenn zu 99 Prozent nichts passiert“, betont Aichinger. Neben den Anfängerkursen bietet die Hilfsorganisation auch Auffrischungskurse im Ausmaß von acht Stunden an.

Etwa alle vier Jahre sollte jeder sein Erste-Hilfe-Wissen updaten. So liegt bei genau der Hälfte der Oberösterreicher der letzte Erste-Hilfe-Kurs zehn Jahre und mehr zurück. Das wirkt sich negative auf die Fähigkeit aus, rasch und richtig helfen zu können.

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