Zwischen Lachs und Fischstäbchen

Posthof: Rubeys erstes Soloprogramm überzeugte nicht wirklich

Versucht sich jetzt als Kabarettist: Manuel Rubey. © Ingro Pertramer

Als Andreas Gabalier unplugged auf MTV sang, war angeblich ein zweiter Schuss aus Kurt Cobains Grab in Seattle zu hören. Knackiger Einstiegsschmäh (Nirvana-Frontmann Kurt Cobain erschoss sich 1994, Anm.).

Immer, wenn der grundsympathische Manuel Rubey sein inneres Teufelchen freilegte, funktionierte auch sein erstes Solo „Goldfisch“.

Mehr Witzeerzähler als Kabarettist

Aber das geschah nur in Momenten. Zu lasch der dramaturgische Bogen, der Wiener mehr Witzeerzähler als Kabarettist. Die kaum überraschende, allerdings schön selbstironische Geschichte eines Bobos, verlassen von Frau und Kindern. Geblieben ein Fischglas mit titelgebendem Tier, Wunden lecken stand am Freitag im Linzer Posthof auf dem Plan, der Große Saal rammelvoll.

Der Mann, der Falco spielte („Verdammt, wir leben noch!“) und im TV gut gebucht ist, betrat mit dem Soloauftritt erkennbar Neuland. Ein Vorantasten, Understatement oder Nervosität, schwer zu sagen. Gefinkelt nahm Rubey sein Metier, den überschätzten Beruf des Schauspielers, ins Visier, lästerte auch mutig über das Pflänzchen österreichischer Film („mehr Leute im Abspann als im Kino“). Mit der boboesken Neigung, Listen zu allen Lebenslagen zu erstellen, legte sich Rubey zusätzliche Stolpersteine in den Weg. Listen sind lustig, aber liest jemand eines dieser Bücher jemals zu Ende?

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Vom Punk zur Spießerexistenz, vom Nirvana-Fan zum 40-jährigen alten Eisen, den die (realen) Töchter aus dem Off zurechtweisen. Handys killen Aufmerksamkeitsspannen, früher durften Eltern noch kantig auf fadisierte Kinder reagieren: „Ziag di aus und bewoch dei Gwaund.“ Seltsamer Abend, irgendwo zwischen sauteurem Lachs und Fischstäbchen.

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