Zwischen Selfies und Verantwortung

„I am Greta“ – Eine Doku, die dem Menschen Greta ganz nahe kommt

Klimaaktivistin Greta Thunberg
Klimaaktivistin Greta Thunberg © Stadtkino Filmverleih

Sie ist ein Symbol, sie ist eine Ikone. Auch wenn die Corona-Pandemie ihr Gesicht von den Titelblättern und aus den Nachrichtensendungen verdrängt hat, Greta Thunberg steht wie keine andere für den Kampf gegen die Klimakrise, die unseren Planeten bedroht. „I am Greta“ des schwedischen Dokumentarfilmers Nathan Grossman stellt den Menschen Greta in den Fokus. Ein junges Mädchen, das bewundernswert für seine Ziele einsteht, aber auch zulässt, dass Grossman seine schwachen Momente zeigt.

Grossmann kommt 2018 dazu, als Greta, noch ganz auf sich allein gestellt, vor dem schwedischen Parlament einen Schulstreik veranstaltet. Seither begleitet er das willensstarke Mädchen mit Asperger-Syndrom. Die Doku zeigt die unglaubliche Rasanz, mit der Greta zum Phänomen wird, wie sich Einzelne, Hunderte, Abertausende ihrem Protest anschließen. Wie sie vor den Mächtigsten spricht und sie anklagt. Aber Greta wird auch enttäuscht. Zwischen den Selfiewünschen, dem Schulterklopfen und den Versprechungen wird nichts Konkretes für die Umwelt getan.

An der Seite der jungen Aktivistin ist ihr Vater, der Greta daran erinnert, zu essen, auf sich zu achten und der schließlich auch mitgeht auf die Reise zum UN-Klimagipfel in New York. Um die Welt darauf aufmerksam zu machen, wie unmöglich es heute ist, klimaschonend zu reisen, nimmt Greta die beängstigenden Strapazen einer Überquerung des Atlantik mit einem Segelboot auf sich. Momente der Verzweiflung: Das sei zu viel für sie, sagt Greta. Zu viel Verantwortung. Aber einer muss sie übernehmen.

Ein sehr persönlicher Film, der daran erinnert, wie richtig und wichtig Gretas Kampf war und ist.

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