Zwischen Teenie- & Oldie-Film

    „Mamma Mia: Here We Go Again!“: Fortsetzung des ABBA-Musical-Films

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    Mutter und Tochter einst vereint in den Hits von ABBA: Amanda Seyfried als Sophie und Meryl Streep als ihre Mutter Donna.
    Mutter und Tochter einst vereint in den Hits von ABBA: Amanda Seyfried als Sophie und Meryl Streep als ihre Mutter Donna. © UPI

    Von Renate Wagner

    „Mamma Mia“ war einst ein besonders hübscher Film: Sonne und Meer, griechische Insel, eine Star-Besetzung, wie man kaum höher greifen konnte und die unwiderstehlichen Abba-Songs. Das war ein Hit, der weltweit 600 Millionen Dollar einspielte. Klar, dass man an eine Fortsetzung denkt. Aber — der erste Teil ist zehn Jahre her, die Oldies der Besetzung sind spürbar älter (wenn auch nicht abgehalftert) geworden. Wie bringt man also mit den bekannten Figuren erneut ein prächtiges Gesang- & Tanz- & Urlaubsfeeling- & Herz- und Schmerz-Musical auf die Leinwand?

    Nun, es ist bemerkenswert geglückt, allerdings mit einem „Opfer“: die Hauptdarstellerin von einst, Donna alias Meryl Streep, ist nicht mehr dabei (das heißt, sie taucht ganz am Ende natürlich in den Gedanken ihrer Tochter auf), sie ist gestorben. In Erinnerung an sie hat ihre Tochter Sophie (Amanda Seyfried) aus dem Haus über dem Meer ein Hotel gemacht. Die große Eröffnung ist geplant. Das Drehbuch, an dem einige Beteiligte mitgebastelt haben (darunter Regisseur Ol Parker, der die richtige Hand für Witz wie für Sentimentalität hat), findet den richtigen Dreh.

    Die alte Geschichte mit den jungen Darstellern

    Es ist ein Film über die junge Donna geworden, und die Britin Lili James, die aussieht wie das strahlendste All-American-Girl, holt sich die Show. Wir erleben in den Rückblenden, wie sie vom College in die Welt geht, wie sie in Paris mit dem schüchternen Briten im Bett landet (der später Colin Firth ist), wie sie von dem sexy Skandinavier auf „ihre“ Insel übergesetzt wird (später Stellan Skarsgard), und wie Sam (später Pierce Brosnan) ihre große Liebe hätte werden können.

    Die alte Geschichte, die mit den jungen Darstellern so frisch wirkt, mixt sich mit der neuen, und da ist das gewohnte Personal, Mamas komische Freundinnen (Christine Baranski und Julie Walters), die drei „Väter“, ein hinreißender Majordomus (Andy García) und als absoluter Clou der Auftritt von Cher als Großmutter: Obwohl alle Beteiligten die 18 Abba-Nummern prächtig singen und tanzen, Cher ist ja dann doch der Höhepunkt. Und natürlich Meryls Erscheinen in der Kapelle bei der Taufe von Sophies Kind … wenn man nah am Wasser gebaut ist, braucht man Taschentücher.

    Dass das Ganze zwischen Teenie-Film und Oldie-Film doch ein wenig in die Nostalgie pendelt, versteht sich, ABBA ist ja auch von gestern. Und doch unglaublich beständig. So wie Sommer und griechische Inseln. Und tolle Schauspieler. Ja, die Fortsetzung ist gelungen.