Zwischen Titelträumen und Abstiegskampf

Während Ried als Topfavorit gehandelt wird, gaben Juniors und Steyr Ligaerhalt als Ziel aus

Nicht nur bei den Trainern, auch bei den Buchmachern wird die SV Ried neben Lustenau als heißester Titelkandidat gehandelt.

Trainer und Sportdirektor Gerald Baumgartner, unter dem die Innviertler im Frühjahr kein Spiel verloren, lässt das kalt: „Jedes Spiel ist eine große Challenge“, sagte der Salzburger, der viel auf den Faktor Teamgefüge setzt: Neben dem Fußballerischen haben wir versucht, ein gutes Team zu bilden.“

Kommt Andreas Heraf?

Die Verpflichtung von Reuben Acquah (FC Juniors) steht bevor, bis Montag soll sich entscheiden, ob Andreas Heraf als Co-Trainer kommt. „Mit seiner Erfahrung und Einstellung kann das eine große Geschichte werden“, ist Baumgartner überzeugt.

Im letzten Herbst stand BW Linz zwischendurch ganz vorne, die Rolle des Überraschungsteams trauen den Stahlstädtern auch heuer viele zu. „Wir haben zehn Spieler ausgewechselt, das geht eigentlich gar nicht. Es wäre schwachsinnig, von ganz oben zu reden“, bremste Trainer Goran Djuricin.

Mentalität und Konstanz

Von den Neuen ist keiner älter als 24, nun soll noch ein 18-jähriger Afrikaner dazustoßen. „Die Mannschaft kann in drei, sechs oder neun Monaten explodieren. Ich freue mich natürlich über jede Explosion“, grinste Djuricin, der möchte, dass „wir mit dem Ball mutig sind, gegen den Ball hoch attackieren.“ Die Zauberworte sind Mentalität und Konstanz.

Mit 19,3 Jahren weist der FC Juniors den drittjüngsten Altersschnitt der Liga auf. „Die Spieler sind sehr gut ausgebildet, setzen vieles sehr schnell um. Die Frage ist, ob es auch unter Druck so funktioniert“, sagte Neo-Trainer Gerald Scheiblehner, der als Ziel, neben der Entwicklung der einzelnen Spieler, den Klassenerhalt ausgab.

Zu wenig Testspiele

Etwas Sorgen bereitete ihm die Anzahl an Testspielen — vier insgesamt, nur eines gegen einen (ungarischen) Zweitligisten: „So konnte ich nicht viel ausprobieren.“ Dafür ist der Austausch mit dem LASK und Coach Valerien Ismael intensiv. „Ich habe einen absoluten Profi neben mir, da kann ich auch lernen.“

Nach dem letzten Platz m Vorjahr hielt das Lizenztheater um Wiener Neustadt Vorwärts Steyr in der Liga. Trainer Willi Wahlmüller ist darüber froh, weiß aber auch: „Die Kaderplanung wurde dadurch nicht leichter.“ Vor allem die Offensive ist eher dünn besetzt, drei Spieler sollen insgesamt noch kommen, darunter ein klassischer Stürmer.

Drei Neue gesucht

Durch die Erfahrungen der Vorsaison seien Umfeld und Verein ligatauglicher geworden, so Wahlmüller, der aber den Ball flachhielt: „Ziel kann nur der 13. Platz sein.“ Dennoch betonte er: „Wir wollen Fußball spielen, nicht nur Fußball raufen, wollen auch selber die Initiative ergreifen.“

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