Zwischen Wahn und Wunsch

ORF-Premiere: „Nevrland“ des Oberösterreichers Gregor Schmidinger

Josef Hader und Simon Frühwirth in „Nevrland“.
Josef Hader und Simon Frühwirth in „Nevrland“. © ORF/ORBROCK Filmproduktion

Das Spielfilmdebüt des oberösterreichen Filmemachers Gregor Schmidinger räumte viele Preise ab und überzeugte in seiner Intensität 2019 auf der großen Leinwand. Am 21. Februar (23.05 Uhr auf ORF 2) feiert das Drama „Nevrland“ seine ORF-Premiere.

Es wäre zu schön. Als Jakob sich das erste Mal verliebt, ist es in einen bildhübschen Mann, der nicht nur aufregend und einfühlsam ist, sondern auch verflucht sexy. Kristjan kreuzt den Weg des 17-jährigen Jakob, als für den das Leben alles andere als gut läuft.

Er arbeitet in einem Schlachtbetrieb, die Beziehung zu seinem Vater ist wortlos, im Alltag vergraben. Sein Großvater, um den Jakob sich kümmert, stirbt just in jener Nacht, in der er sich mit dem 26-jährigen Kristjan in einem Club treffen will und immer wieder überkommen ihn Angstattacken und Panik.

Das Unbewusste manifestiert sich in starken, den Betrachter in den Bann ziehenden Bildern und bringt Jakobs Innerstes ans Licht. Dessen Erwachen wird zum ultimativen Trip, der um seine Ängste kreist, die Realitäten hinter dem Wahn verschwinden lässt. Was erlebt Jakob, wem begegnet er, was ist Fantasie und Wunsch?

Regisseur Schmidinger bleibt ganz dicht an seinem Hauptdarsteller Simon Frühwirth. Die Ernsthaftigkeit, mit der er sich Jakobs Leben genügsam hingibt, ist ebenso beeindruckend wie die Intensität des ekstatischen Schlussaktes. Jakobs Vater spielt verschlossen-überzeugend Josef Hader.

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Von Mariella Moshammer

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