Zyklon „Nisarga“: Indische Behörden evakuierten 10.000 Menschen

Vor dem am Mittwoch erwarteten Zyklon „Nisarga“ haben die Behörden im Westen Indiens mehr als 10.000 Menschen in Sicherheit gebracht – darunter auch mit dem Coronavirus Infizierte. Fast 150 Covid-19-Patienten seien aus einem provisorischen Krankenhaus in ein Gebäude mit Betondach verlegt worden, teilten die Behörden am Dienstag mit.

Der Zyklon „Nisarga“ ist der erste seit mehr als 70 Jahren, der die Millionenmetropole Mumbai bedroht. Erwartet wird, dass der Sturm am Mittwochabend die Westküste des südasiatischen Landes erreicht. „Slum-Bewohner in tiefer gelegenen Gebieten wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen“, schrieb der Regierungschef des Bundesstaates Maharashtra, Uddhav Thackeray, im Kurznachrichtendienst Twitter.

Indische Meteorologen warnen vor schweren Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 sowie Böen von bis zu 120 Stundenkilometern. Sturmfluten könnten zudem die tief liegenden Gebiete des Bundesstaats überschwemmen.

Nach Behördenangaben wurden im benachbarten Bundesstaat Gujarat und der Küstenregion Daman Gebiete mit insgesamt mehr als 10.000 Einwohnern evakuiert. Die Sicherheitsvorkehrungen in Corona-Behandlungsstätten wolle man dennoch weiter einhalten, sagte ein Behördensprecher in der Stadt Valsad.

Es ist das erste Mal seit sieben Jahrzehnten, dass ein Zyklon die Finanzmetropole Mumbai erreicht. Zuletzt wurde die Stadt 1948 von einem Tropensturm getroffen. Damals starben zwölf Menschen, mehr als hundert weitere wurden verletzt. Erst vor wenigen Wochen hatte der Zyklon „Amphan“ an der indischen Ostküste und in Bangladesch zahlreiche Dörfer zerstört, mehr als 100 Menschen getötet und Millionen weitere von der Stromversorgung abgeschnitten.

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