121 Glücksspielgeräte in Oberösterreich beschlagnahmt

39 Betriebe bei Schwerpunktaktion im oö. Zentralraum kontrolliert

Ein Schlag gegen das illegale Glücksspiel ist der Finanzpolizei in OÖ gelungen. In einer dreitägigen Schwerpunktaktion wurden 39 Lokale in Linz, Steyr, Wels und im Bezirk Linz-Land kontrolliert und dabei 121 Geräte beschlagnahmt.

Die Aktion war gemeinsam mit der Polizei akribisch vorbereitet worden, hieß es. Bereits im Vorfeld waren die in Frage kommenden Lokale observiert worden. Grundlage dafür waren mehrere Anzeigen, die davor eingegangen waren.

Zugangsbarrieren

Da sich manche Betreiber in der Vergangenheit heftig zur Wehr gesetzt hatten, etwa indem Reizgas zum Einsatz kam oder Zugangsbarrieren geschaffen wurden, waren die eingesetzten Kräfte vorbereitet. Tatsächlich musste auch in elf Lokalen der Schlüsseldienst geholt werden.

Die Glücksspielgeräte waren vielfach fest im Boden oder der Wand verankert, so dass sie mühevoll losgeschnitten werden mussten. Zu einer Kontrolle in Wels wurde die Polizei Spezialeinheit Cobra hinzugezogen. Manche Betreiber versuchten die Finanzpolizei durch rasches Anbringen von Zetteln oder Post-It mit dem Wortlaut „geschlossen“ von der Kontrolle abzuhalten.

Teilweise wurden die Geräte per Fernbedienung vom Strom getrennt. Auch alarm- gesicherte Eingänge und eine Tür mit dem Hinweis „Unter Strom, Lebensgefahr“ sollten die Finanzpolizisten vom Einschreiten abhalten.

Hohe Strafen drohen

Die Kontrollen haben für die Betreiber illegaler Automaten Anzeigen zur Folge, ihnen drohen Geldstrafen im hohen sechsstelligen Bereich. Betriebsschließungen wurden ebenfalls angedroht, ein Lokal wurde bereits behördlich geschlossen.

Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) sprach von einem schweren Schlag gegen die organisierte Kriminalität in Oberösterreich. Sollten die geschlossenen Lokale wieder geöffnet werden, kündigte Wilfried Lehner, Bereichsleiter der Finanzpolizei im Amt für Betrugsbekämpfung, an, diese Einsätze zu wiederholen.

LH Stelzer fordert Verschärfungen

Auch LH Thomas Stelzer gratuliert der Exekutive zum jüngsten Großeinsatz im Kampf gegen das illegale Glücksspiel und nutzte den Einsatz, um einmal mehr eine Verschärfung der Glücksspielgesetze auf Bundesebene einzufordern.

„Die zahlreichen großen Einsätze gegen die Glücksspielmafia in jüngster Zeit zeigen das nach wie vor große Ausmaß der illegalen Glücksspielszene im Verborgenen“, betonte er. Es brauche daher rasch eine Verschärfung der Gesetze.

Besonders dringend sei eine Klarstellung, dass angeordnete Betriebsschließungen selbstverständlich auch für Rechtsnachfolger und Untermieter gelten. Stelzer verweist darauf, dass erst am 17. Juni der Oö. Landtag auf Initiative der OÖVP einstimmig eine Resolution an die Bundesregierung verabschiedete.

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