Salonkultur und „Briefgeheimnisse“ in Gmunden

Vorschau: „Zentrale Fragen – große Emotionen“ bei den Salzkammergut Festwochen

Im Zentrum des „Salon Wittgenstein“ am 16. Juni: der 1961 verstorbene Paul Wittgenstein
Im Zentrum des „Salon Wittgenstein“ am 16. Juni: der 1961 verstorbene Paul Wittgenstein © BFMI

Die Salzkammergut Festwochen Gmunden haben am Freitag ihr Programm für das erste Halbjahr des „Superkulturjahres“ mit der Europäischen Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 (SKG 2024) vorgestellt. Das Motto „Zentrale Fragen – große Emotionen“ umfasse Musik, Literatur und Crossover, so der künstlerische Leiter Christian Hieke und die kaufmännische Geschäftsführerin Johanna Mitterbauer.

Die von Franz Welser-Möst 2020 ins Leben gerufene und 2021 gestartete Hausmusik Roas wird im kommenden Jahr von SKG 2024 mitfinanziert. Auch in der vierten Saison werde es wieder „Konzerte an einzigartigen Plätzen im Salzkammergut“, „Musik dahoam in der warmen Stube“ sowie Galakonzerte geben. Dazu zählt der Abend „Auf den Spuren großer Komponisten der Region“ mit Welser-Möst und Bariton Rafael Fingerlos (20. Juni, Stadttheater Gmunden).

Ein „Herzstück“ der Festwochen für SKG 2024 ist das Literaturprojekt „Briefgeheimnisse“ der ehemaligen Burgtheater-Chefin und nunmehrigen Leiterin der Sparte Literatur und Theater, Karin Bergmann. Sie sammelte private Korrespondenzen von Menschen aus der Region und diese werden in einen Kontext zu Briefen bekannter Persönlichkeiten, die im Salzkammergut zu Gast waren, gestellt. Die Schauspieler Nicole Beutler, Marie-Luise Stockinger und Fritz Karl geben in einem Lesezyklus Einblicke in jene persönlichen Gedankenwelten. Teil eins behandelt die Zeit von 1900 bis 1945 (27. April, Stadttheater Gmunden), der folgende die Zeit ab 1945 (19. Oktober).

Das SKG 2024-Musikprojekt widmet sich der Salonkultur. Auch hier wurde wieder der Bezug zum Salzkammergut gesucht. Der Abend heißt „Salon Wittgenstein“, war doch einst Margarethe Stonborough-Wittgenstein langjährige Besitzerin der Villa Toscana in Gmunden. Ihr 1961 verstorbener Bruder Paul, „der einarmige Pianist“, steht im Zentrum der Veranstaltung am 16. Juni im Toscana Concress. Auf dem Programm u. a. die Suite op. 23 für zwei Violinen, Violoncello und Klavier linke Hand.

Einen weiteren musikalischer Höhepunkt verspricht der Abend mit Geiger Daniel Hope und Bariton Thomas Hampson (12. Mai/Toscana Congress), in der Sparte Crossover gehen Thomas Gansch und Tobias Moretti in „Schlagertherapie“ (14. Jänner, Toscana Congress). Und zehn Jahre nach dem Gewinn des europäischen Song Contests wird auch Conchita Wurst in ihrem Geburtsort Gmunden ein Konzert geben (23. Mai, Toscana Congress).

Das kürzlich zu Ende gegangene Festwochenjahr 2023 sei „sehr, sehr erfolgreich gewesen“, das Budget betrug 1,3 Millionen Euro, es wurden 30.000 Karten ausgegeben, was einer Auslastung von rund 75 Prozent entspreche, erläuterte Mitterbauer.

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