Ecclestone über Verstappen: Ohne Zweifel der Beste jemals

Bernie Ecclestone © APA/AFP/Isakovic

Für Bernie Ecclestone ist Max Verstappen der beste Formel-1-Fahrer, den es je gab. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erklärte der ehemalige jahrzehntelange Geschäftsführer der Motorsport-Königsklasse, dass er immer gedacht habe, Alain Prost sei wahrscheinlich der beste Pilot gewesen, weil damals noch ohne jegliche Hilfen gefahren worden sei im Gegensatz zur aktuellen Formel 1.

„Aber wenn man das mal vergisst, ist Max ohne jeden Zweifel der Beste, den ich gesehen habe – und den auch jeder andere gesehen hat“, betonte der mittlerweile 92-jährige Brite: „Er ist ein kompletter Rennfahrer.“ Verstappen steht vor dem dritten WM-Titel in Serie. Am Wochenende reichen dem Niederländer in Katar schon drei Punkte, um sich erneut zu krönen – und das wenige Tage nach seinem 26. Geburtstag am vergangenen Samstag. Bereits am Samstag (19.30 Uhr/Sky) reicht ein sechster Platz im Sprint zur erfolgreichen Titelverteidigung.

„Er startet ins Rennen und will es gewinnen, nichts anderes macht er“, sagte Ecclestone. „Er leistet sich keine Fehler, er stellt nichts an, er nimmt sich keine Freiheiten heraus.“ Auch wenn ein paar Leute versuchen würden, Verstappen das Leben schwer zu machen, mache er das gegenüber anderen nicht. „Er fährt ehrlich und fair“, befand Ecclestone.

Verstappen wird der elfte Pilot sein, der mindestens drei Titel holt, sollte nichts Unvorhergesehenes passieren. An der Spitze liegen Ex-Pilot Michael Schumacher und Lewis Hamilton von Mercedes mit jeweils sieben Triumphen. Ein Ende der Titelserie von Verstappen ist angesichts seiner Überlegenheit im Red Bull und der nächsten großen Regelrefom 2026 nicht unbedingt in Sicht. „Selbst in einem Auto, das nicht das Beste ist, würde Max eine Menge Leute schlagen. Er ist ein Superstar“, sagte Ecclestone: „Es hat keinen gegeben, der jemals so gut war, wie es Max heute ist.“

Verstappen selbst hält nicht viel von Generationen-Vergleichen. „Jede Generation ist etwas anders, deswegen finde ich es schwer, Weltmeister oder auch Nicht-Weltmeister miteinander zu vergleichen“, sagte Verstappen im Fahrerlager im Norden Dohas. Jeder einzelne Weltmeister sei für sich „besonders in seiner Zeit“, sagte der souveräne Spitzenreiter der diesjährigen Gesamtwertung und ergänzte angesprochen auf Schumacher: „Als er gefahren ist und all das erreicht hat, wurde das vielleicht als ein bisschen normaler angesehen, weil er ein fantastischer Fahrer in einem fantastischen Team war. Aber jetzt rückblickend ist es unglaublich zu sehen, was er erreicht hat.“

Selbst denkt Verstappen derzeit kein bisschen daran, in der Zukunft ebenfalls sieben Titel oder sogar noch mehr zu gewinnen. „Wir sehen Jahr für Jahr, wie es weitergeht“, sagte Verstappen.

Sowohl Verstappen als auch Hamilton zeigte sich in Katar übrigens auch offen für ein elftes Formel-1-Team. „Es ist großartig, denn es ist eine Option für mehr Jobs und es gibt zwei mehr Fahrersitze, von denen einer vielleicht auch an eine weibliche Fahrerin geht. Es eröffnet mehr Möglichkeiten“, sagte Hamilton von Mercedes. Verstappen ergänzte: „Es wäre schön, weil es mehr Möglichkeiten für die Fahrer gibt. Aber ich verstehe, dass es aus Sicht der Teams nicht alle wollen. Das wird sicher keine leichte Entscheidung.“

Ex-Rennfahrer Michael Andretti hatte diese Woche eine wichtige Hürde genommen, um mit seinem US-Projekt als zusätzliches Team ins Starterfeld der Rennserie zu kommen. Der Internationale Automobilverband genehmigte den Antrag, Andretti kann nun in die finale Phase der Bewerbung eintreten. Der Weltverband FIA will die Formel 1 ab 2025 oder später von derzeit zehn Teams ausweiten. Die aktuell vertretenen Rennställe sehen ein weiteres Team aber kritisch. Streitpunkt ist unter anderem die Höhe der Eintrittsgebühr für den Neuling, mit der die etablierten Teams dafür entschädigt werden, dass sie künftig einen geringeren Anteil an den Vermarktungseinnahmen erhalten würden.

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