Erneutes Paralympics-Silber in Paris für Handbiker Frühwirth

Thomas Frühwirth hat bei den Paralympischen Spielen in Paris seine zweite Silbermedaille gewonnen. Der Steirer wurde am Donnerstag im Rad-Straßenrennen über 56,8 km in der Handbike-Klasse H4 Zweiter und musste sich wie am Vortag im Zeitfahren nur dem Niederländer Jetze Plat geschlagen geben. „Es hätte nicht besser laufen können. Ich glaube, ich habe abgeliefert“, sagte Frühwirth, der Österreich damit die vierte Medaille bei diesen Paralympics bescherte.

Frühwirth und Plat dominierten das teilweise verregnete Rennen durch die Pariser Vororte rund um Clichy-sous-Bois. Die beiden Handbiker setzten sich bald vom Rest des Feldes ab. „Die Bedingungen waren echt hart. Mit meinen Felgenbremsen, das war bergab immer am letzten Zacken“, berichtete der 43-jährige Österreicher, der immer wieder Ausreißversuche unternahm. „Ich habe es versucht, habe aber gesehen, geht nicht.“

Auf der dritten von vier 14,2 km langen Runden sei ihm „der Saft schön langsam ausgegangen. Ich war happy, dass ich mitgekommen bin. Letzte Runde war dann der Ofen auch wirklich aus“, sagte Frühwirth. Wenige Kilometer vor dem Ziel verschärfte Plat das Tempo und fuhr seinen siebenten Paralympics-Sieg ein. Frühwirth kam mit 31 Sekunden Rückstand ins Ziel. Für den querschnittsgelähmten Sportler war es das insgesamt fünfte Paralympics-Silber. Rang drei holte der Pole Rafal Wilk.

„Es ist perfekt gelaufen. Ich hatte gegen den Jetze keine Chance“, trauerte Frühwirth Gold nicht nach, zumal er Anfang der Woche noch einen Infekt hatte. „Zwei Tage vor dem Zeitfahren habe ich noch gar nicht gewusst, ob ich starten kann und jetzt habe ich zwei Mal Silber. Das ist geiler Scheiß, geiles Racing.“ Vor ihm hatten es in Paris auch Triathlet Florian Brungraber und Speerwerferin Natalja Eder mit Silber bzw. Bronze aufs Podest geschafft.

Der zweite österreichische Teilnehmer, Alexander Gritsch, konnte erneut nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Der 42-jährige Tiroler belegte nach Rang acht im Zeitfahren diesmal mit mehr als 13 Minuten Rückstand Rang sechs, auf Bronze fehlten fast acht Minuten.

Svetlana Moshkovich wurde im gemeinsamen Handbike-Straßenrennen der Klassen H1 bis H4 Siebente. Der Rückstand der gebürtigen Russin auf Silber und Bronze betrug nach 28,4 regennassen Kilometern 42 Sekunden. „Ich habe im letzten Anstieg noch um das Podium gekämpft, aber die anderen waren bergauf einfach stärker. Es ist bitter, bis zum Schluss dabei zu sein und dann doch nicht die Körner zu haben. Aber ich bin stolz auf meine Leistung, in meiner H4-Klasse bin ich Zweite“, sagte Moshkovich, die 2012 für Russland Bronze geholt hatte. Die Tirolerin Cornelia Wibmer fuhr im 15-köpfigen Feld auf Rang elf.

Im Stade de France fehlten Bil Marinkovic im Diskuswurf der F11-Klasse rund eineinhalb Meter auf die Medaillenränge. Der erblindete Wiener kam bei seinem besten Versuch auf 38,14 Meter und wurde bei kniffligen Nässeverhältnissen Sechster. Der 51-Jährige bestritt seine bereits siebenten Paralympics. 2004 gewann er Gold im Speerwurf, 2012 Bronze mit dem Diskus. „Es waren irrsinnig schwierige Bedingungen, aber mit meiner Saisonbestleistung bin ich sehr zufrieden. Ich bin so traurig, ein Meter hat gefehlt, es war so knapp“, sagte Marinkovic, der auch 2028 in Los Angeles noch dabei sein möchte. „Es ist noch alles möglich, ich möchte auf jeden Fall weitermachen.“

Das gleiche hat auch der mehrfach versilberte Para-Cycler Frühwirth vor: „Der Schauspieler Robin Williams hat einmal gesagt ‚Wenn du etwas findest im Leben, das dir richtig Spaß macht, bleib‘ dabei solange du kannst.‘ Und das habe ich vor. Ich habe noch immer Spaß.“

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