Vizemeistertitel futsch: LASK verliert auch bei Rapid

Vom Glück ist der LASK in der Meisterrunde der Fußball-Bundesliga wahrlich nicht verfolgt. Das zeigte sich auch bei der unnötigen 1:3-Niederlage im Schlager bei Rapid. Die Hütteldorfer fixierten damit den Vizemeistertitel, während die Linzer den dritten Rang zu verlieren drohen. Das Match des WAC in Hartberg wurde wetterbedingt auf Donnerstag verschoben.

Die Pechsträhne der Athletiker spiegelte sich alleine bei der Entstehung der Gegentreffer wider. Der erste in Hütteldorf war fast symbolträchtig: Fountas aus eigentlich wenig gefährlicher Position mit dem Querpass zur Mitte, der für den gesperrten Petar Filipovic verteidigende Andres Andrade hält den Fuß dazwischen und der Ball kullerte nach nur vier Minuten über die Linie. Passend dazu: Sekunden vorher hatte Gernot Trauner nach Michorl-Corner per Kopf das 1:0 am Schädel.

Es folgte die beste, vielleicht auch einzig wirklich offensivkräftige Phase der Hausherren. Nach sieben Minuten leitete Andrade mit einem weiteren abgelenkten Ball beinahe wieder ein Gegentor ein, diesmal verhinderte Goalie Alex Schlager aber Schlimmeres gegen Schwab. Das sollte es aber gewesen sein mit den Offensivbemühungen der Wiener.

Von da an spielte nur noch der LASK, setzte sich phasenweise am gegnerischen Sechzehner fest, ohne die ganz großen Ausgleichschancen zu kreieren. Auch, weil im vorderen Drittel oft zu unsauber und unpräzise kombiniert wurde. Ausnahmen: Tetteh wurde im Sechzehner von Stojkovic und Grahovac zu Fall gebracht, was Schiedsrichter Altmann ebenso wenig als Elfmeter betrachtete, wie ein Handspiel von Grahovac. Beim anschließenden, aberkannten Ausgleich von Tetteh stand dieser im Abseits (16.).

LASK dominiert, Rapid trifft

So stellten sich in einem mittlerweile emotionalen und teils hitzigen Match Weitschüsse als brauchbares Mittel ein. Andrade scheiterte an Knoflach (35.), Wiesinger Sekunden später ebenfalls. Völlig entgegen den Spielverlauf dann wenige Augenblicke vor dem Pausenpfiff der nächste Nackenschlag: Wieder der weite Pass auf den schnellen Fountas, der zog nach innen und sein abermals abgefälschte Versuch schlug genau im langen Eck zum 2:0 ein (45.). Die Pausenstatistik las sich erfreulich wie – ob das Spielstands – ernüchternd für den LASK: 60:40 Ballbesitz, 9:2 Torschüsse, 75:56 Prozent Passgenauigkeit, aber eben zwei Tore zurück.

Nach der Pause konnten die Athletiker die Dominanz nicht mehr wie zuvor aufrechterhalten. Es fehlten die Ideen, die kompakte Fünferabwehr der Hütteldorfer auszuspielen. Rapid kam das bei mittlerweile strömendem Regen freilich gelegen. Kompaktes Verteidigen und bei Gelegenheit schnelles Umschalten, genau das Spiel des zu diesem Zeitpunkt neuen Vizemeisters. Die gefährlichen Szenen hatten nun ebenfalls die Gastgeber: Erst Ullmann per abgefälschtem Schuss, dann zweimal Kara, der erst an Schlager (63.) und danach an der Stange (70.) scheiterte.

Ausgleich aberkannt

Doch dann schlug plötzlich der LASK wie aus dem Nichts zu. Eine herrliche Einzelaktion von Joao Klauss brachte die Linzer zurück ins Spiel, ein Sololauf von der Mittellinie endete mit einem ebenfalls abgefälschten Gewaltschuss, der genau in den Winkel passte – 1:2 (72.). Doch das Pech schien den LASK trotzdem weiter zu verfolgen. Nur Minuten später perfekte Flanke auf den Kopf von Joao Klauss, der zum vermeintlichen Ausgleich einköpfelte, was Schiedsrichter Altmann in Co-Produktion mit seinem Assistenten zum völligen Unverständnis der Oberösterreicher als Foul wertete. Den verständlichen Ärger von Trainer Valerien Ismael quittierte er mit der vierten Gelben Karte gegen den Coach.

Während der LASK nochmal alles nach vorne warf, durch Klauss noch eine Kopfballchance verzeichnete (83.), jubelte am Ende trotzdem Rapid. Ein Konter in der Nachspielzeit brachte die Entscheidung, indem Christoph Knasmüllner zum 3:1 abschloss. Die fünfte Niederlage der Linzer in der Meistergruppe war besiegelt, bei einem Sieg des WAC im Nachtrag gegen Hartberg ist der einstige Tabellenführer nur noch Vierter.

Von Christoph Gaigg

 

 

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