Argentiniens Inflation stieg kurz vor Präsidentenwahl auf 143 Prozent

In Argentinien lässt die enorme Inflation nicht nach. Im Oktober stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 142,7 Prozent, wie das nationale Statistikinstitut (Indec) mitteilte. Im September war die Rate bei 138,3 Prozent gelegen. Am kommenden Wochenende wählt das Land einen neuen Präsidenten.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise im Oktober den Angaben zufolge um 8,3 Prozent. Der Anstieg im Monatsvergleich verlangsamte sich damit, im September war er noch bei 12,7 Prozent gelegen. Seit Jahresbeginn erreicht die Inflation kumuliert demnach 120 Prozent.

Die Inflation hat mit dem Oktoberwert einen neuen Höchststand erreicht. Allerdings liegt sie bereits seit über zehn Jahren konstant mindestens im zweistelligen Bereich. „Die Leute beschweren sich nicht einmal mehr wie früher. Sie haben sich daran gewöhnt“, sagt Camila Fuentes, eine 27-jährige Verkäuferin in einer Apotheke im Zentrum von Buenos Aires.

Dennoch stehen die Inflation und der Wertverfall des Peso im Zentrum des Wahlkampfes. Am Sonntag geht der ultraliberale Populist Javier Milei in die Stichwahl gegen den Wirtschaftsminister der aktuellen Mitte-Links-Regierung, Sergio Massa.

In der ersten Wahlrunde war der 51-jährige Massa mit mehr als 36 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz gekommen. Milei, der sich selbst als „Anarcho-Kapitalist“ beschreibt, die Zentralbank abschaffen und den US-Dollar als Währung einführen will, kam auf 30 Prozent.

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