Beatsteaks schrieben weiteres Kapitel im Band-Buch

Die Beatsteaks sagen mit neuem Album „Please“ © APA/CheckYourHead/Timmy Hargesheimer

Das neunte Studioalbum der Beatsteaks hat etwas auf sich warten lassen, konkret knapp sieben Jahre seit Veröffentlichung des Vorgängers. „Please“, ab Freitag (28.6.) im Handel, präsentiert die Gitarrenrockband dafür mit alten Qualitäten. „Das Buch ist noch nicht zu Ende geschrieben. Wir können noch ein bisschen was reintun“, sagt Sänger Arnim Teutoburg-Weiß im Gespräch mit der APA. „Wir müssen, um diese Polaroids zu schießen, die ein Album ergeben, auch ein bisschen leben.“

Man habe „auf ein Momentum“ gewartet, berichtet der Berliner. „Im Sommer letztes Jahr war es da, da waren dann alle bereit.“ Man hätte ja schon viel früher neue Musik veröffentlicht, aber vor Corona nahmen sich die Musiker ein Jahr frei und während der Pandemie konnte man ein Album nicht live präsentieren. Und bevor es wieder ins Studio ging, begaben sich die Beatsteaks post Pandemie erst einmal auf Tour: „Die Band lebt vom Livespielen“, betont Teutoburg-Weiß.

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Bandkollege und Bassist Torsten Scholz, ebenfalls per Zoom zugeschaltet, ergreift das Wort: „Arnim hat einmal in einem Podcast gesagt, es gebe da draußen keinen, der jetzt händeringend auf ein Beatsteaks-Album wartet. Wir haben Leute getroffen, die uns gefragt haben, was wir gerade so machen – eine neue Platte. ‚Jaja, aber wann spielt ihr wieder live?‘ Die Leute wollen Konzerte dieser Band besuchen. Aber immer mit einem Best-of-Programm loszuziehen… So sagten wir uns: Kommt, machen wir noch eine Platte, weil da sind bestimmt drei, vier Dinger dabei, die ins Programm kommen. Darum hat ein neues Album seine Berechtigung.“

Für den kreativen Ablauf vor dem Weg ins Studio findet der Sänger einen Vergleich: „Es ist wie mit einer Familie: Man verabredet sich zum Abendbrot und jeder bringt etwas zum Essen mit.“ Im Fall der Band waren es keine Speisen (oder nicht nur), sondern Musik und Ideen. „Dann beschlossen wir, einmal mit jemand anderem aufzunehmen. Das war cool.“ Dieser jemand war Olaf Opal: „Er wollte uns in einem großen Raum aufnehmen, der sich gut anfühlt und wo der Vibe stimmt, aber nicht in einem Studio“, erzählt Scholz. „Das fand ich schon total super.“ Der Rest der Gruppe schloss sich seiner Meinung an.

Mit einem leer stehenden Theater fand man rasch die passende Örtlichkeit. „Dort haben wir unseren Kram hingebracht und Olaf brachte sein portables Studio und seinen Engineer“, so Scholz. In Sachen Musikgeschmack seien sich die Musiker und ihr Neo-Produzent „sehr ähnlich“. Neben Dynamik und flotten Songs bietet „Please“ große Melodien. „Da ist Olaf stark“, nickt Teutoburg-Weiß. „Er sagte zu uns: ‚Ich will mit euch Krach aufnehmen, den ich mir merken kann, aber kein Top-40-Radio.‘ Das hat er geschafft. Das Album hat ein durchgehendes nervöses, kraftvolles Gefühl. Und die Melodien sind da.“ Seine einstige Aussage im Podcast hat der Frontman längst überdacht: „An Liedern zu arbeiten, hat schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht. Das ist schon sehr ein Bandalbum geworden.“

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Am 25. September stellen die Beatsteaks ihre neuen Songs, eingebettet zwischen ihren Dauerbrennern, in der Wiener Arena bei einem Open Air vor. „Wir haben an jedem Ort der Arena gespielt – vom Beisl über den Club bis in die große Halle und Freiluft. Wir haben die mal ausverkauft. Aber bei den letzten beiden Malen war das nicht der Fall“, so der Sänger. Diesmal sind weit im Vorfeld alle Karten weg. „Weil wir ein neues Album angekündigt haben. Wenn man sich immer darauf ausruht, was mal war, sagen die Leute: ‚Ach, die hab ich doch schon vor zehn Jahren gesehen.‘“ Nachsatz: „Ich habe mich über kaum ein Ausverkauftschild mehr gefreut als jetzt über das in Wien.“

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

beatsteaks.com

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