Hollywoodschauspieler Donald Sutherland gestorben

Erfolgreich bis zum Schluss © APA/dpa-Zentralbild/Britta Pedersen

Die Hollywoodlegende Donald Sutherland ist tot. Der kanadische Schauspieler verstarb am Donnerstag im Alter von 88 Jahren, wie sein Sohn Kiefer Sutherland – ebenfalls erfolgreicher Schauspieler („24“) – auf X (vormals Twitter) mitteilte: „Ich persönlich denke, dass er einer der wichtigsten Schauspieler in der Geschichte des Films ist. Nie von einer Rolle eingeschüchtert, gut, schlecht oder hässlich. Er hat geliebt, was er getan hat, und getan, was er geliebt hat.“

Sutherland, der am 17. Juli 1935 geborene Zwei-Meter-Mann mit der markanten Stimme, prägte über Jahrzehnte hinweg die Filmgeschichte. Noch im hohen Alter erarbeitete er sich ein junges Publikum – mit der Rolle des skrupellosen Präsidenten Snow in der legendären „Tribute von Panem“-Reihe.

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Der fünffache Vater, dem Sohn Kiefer Sutherland vor die Kamera folgte, hatte seit den 1960er-Jahren in über 150 Filmen und TV-Produktionen mitgespielt – und dabei mit enormer Wandlungsfähigkeit jedes Genre bedient. Der Kriegsklassiker „Das dreckige Dutzend“ (1967) war sein erster internationaler Erfolg. Mit Robert Altmans Militärsatire „M.A.S.H“ kam ein weiterer Hit. 1971 brillierte er als Privatdetektiv in Alan Pakulas Psychothriller „Klute“ an der Seite von Jane Fonda.

Mit einer Liebesszene in Nicholas Roegs subtilem Horrorfilm „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973) schrieben Sutherland und Julie Christie als Eheleute, die um ihre tote Tochter trauern, Filmgeschichte. Die Sexszene hielten viele für echt, was Sutherland und andere stets dementierten.

Für Federico Fellini wurde er „Casanova“, er war der faschistische Gutsbesitzer Attila in Bertoluccis „1900“. Robert Redford holte ihn für sein Regiedebüt „Eine ganz normale Familie“ vor die Kamera. Mit Charlize Theron knackte er in dem Krimi „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ Tresore. Er arbeitete mit vielen legendären Regisseuren, darunter Claude Chabrol, Louis Malle, Ken Russell, John Schlesinger und Werner Herzog.

Trotz seiner Erfolge in Hollywoodklassikern sah sich Sutherland selbst nie als Hollywoodstar. „Ich weiß nichts über Hollywood“, sagte Sutherland einst bei einer Ehrung im Rahmen des Filmfestivals San Sebastian: „Ich arbeite nur.“

Die Traumfabrik ließ sich davon jedoch nie beirren. In Hollywood wurde er 2011 mit einem Stern auf dem „Walk of Fame“ verewigt, gleich neben der Plakette seines Sohnes Kiefer. Doch die höchste Ehre – einen Oscar – gab es für Donald Sutherland absurderweise nie. Trotz seiner vielen herausragenden Rollen war Sutherland noch nicht einmal nominiert. Die Film-Akademie würdigte ihn 2018 immerhin außerhalb des Wettbewerbs mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Sutherland selbst zeigte sich davon weitgehend unbeirrt. Als er 2021 im Rückblick auf seine lange Karriere gefragt wurde, ob er einen Lieblingsfilm habe, wehrte der fünffache Vater ab. Er könne ja auch nicht sagen, ob er ein Lieblingskind habe: „Ich habe keinen Favoriten. Ich habe enge Beziehungen mit allen.“

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