Junge Talente, alte Bekannte und jede Menge Asiatisches

Thomas Kerbl bringt als Intendant wieder Kassenschlager nach Bad Hall: „Chicago“, „Land des Lächelns“ und die „Cosi“

V. l.: Für die Operette im Einsatz: Franz Suhrada, Dirigent Walter Rescheneder und Thomas Kerbl
V. l.: Für die Operette im Einsatz: Franz Suhrada, Dirigent Walter Rescheneder und Thomas Kerbl © Harald Fuchs

Seit Jahren hat er seine Finger in vielen Produktionen, die die Kultur in Oberösterreich beleben, drin. Neben seiner Tätigkeit als Professor an der Bruckneruni. Auch in diesem Sommer hat sich Thomas Kerbl wieder einiges vorgenommen: Oper, Operette und Musical in Bad Hall, Schubertiade im Palais Kaufmännischer Verein, …

Bei vielem, was er tut, ist ihm die Unterstützung für seine Studenten ein großes Anliegen, von denen er gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Robert Holzer schon so manchen die Rutsche zum Erfolg auf der Bühne gelegt hat.

Lesen Sie auch

Mitten in den Proben

„Wir stecken grad mitten in der Probenarbeit für ,Land des Lächelns´ in Bad Hall“, erzählt Kerbl — die Vorfreude ist im Gespräch spürbar — gut gelaunt. Dafür hat er einen, wie er sagt, „ehrgeizigen Projektansatz“ gewählt: Sind doch alle Rollen asiatischen Ursprungs auch mit asiatisch stämmigen Künstlern besetzt.

Noch authentischer wird die Sache durch die kostümtechnische Beratung aus China, die über eine ehemalige Studentin möglich wurde: „Wir wollen ein besonderes Flair auf die Bühne bringen.“ Österreichisches und Chinesisches bringt eine bekannte heimische Bühnengröße ein, die Kerbl, basierend auf langjähriger Freundschaft und Zusammenarbeit, nach Bad Hall holen konnte: Franz Suhrada spielt eine Doppelrolle, nämlich den fernöstlichen Obereunuchen und Diener Franz.

Letzteren hat ihm Kerbl ins Stück hinein und auf den Leib geschrieben. „Das wird wirklich köstlich“, verspricht der Intendant. Noch chinesischer wird es mit einer Kooperation mit der dortigen Akademie der schönen Künste, die eine Ausstellung mit 40 Gemälden nach Bad Hall bringt.

Seit 1998 ist Kerbl ebendort mit dabei, zunächst als Dirigent und Produzent, dieses Jahr ist sein drittes als Intendant. Eine Aufgabe, die er nur unter der Bedingung übernommen habe, auch einen Mozart-Zyklus für junge Leute einführen zu dürfen, so Kerbl. Gesagt, getan, gelungen.

Viele wollen dabei sein

Heuer steht im Rahmen dessen „Cosi fan Tutte“ auf dem Programm. 120 Studenten von 27 Universitäten haben sich für eine Rolle in der von Jung-Dirigent Matthias Achleitner musikalisch geleiteten Oper beworben. Besonders anziehend dürfte dabei für die jungen Talente auch sein, dass parallel zu den Rollen Meisterkurse mit Sängern wie Juliane Banse, Michael Schade und Bo Skovhus aus der „1. Garnitur der Mozartinterpreten“ angeboten werden. „Land des Lächelns“ wird, nachdem es in Bad Hall abgespielt ist, am 15. und 16. August auf der Aiser-Bühne gezeigt.

Bei der Fülle an Aufgaben und Plänen und auch eigenen künstlerischen Auftritten — etwa im Palais Kaufmännischer Verein zur „Schubertiade“ mit Robert Holzer und „zwei unserer besten Studenten“ am 8. Juni — schwinden für Kerbl die Aussichten auf eine Wiederaufnahme der erfolgreichen Musicaltätigkeit in Bad Leonfelden.

Apropos Musical: In Bad Hall steht mit „Chicago“ ein weiterer Kassenschlager in diesem Sommer auf dem Programm — in der bewährten Regie von Kerbls Frau Susanne und mit Gottfried Angerer als musikalischem Leiter. „Das wird eine richtig große Show“, freut sich Kerbl. Mit Tänzerinnen und Tänzern aus Schweden, Deutschland, der Schweiz und Österreich (Choreographie Damian Cortez) und erfahrenen Darstellern wie Nini Stadlmann und Tamara Kurti, Thomas Bauer und Johannes Nepomuk. Mit Katerina Buranova ist eine klassische Größe im Musical zu sehen und zu hören.

Erfolgsrezept Spartenmix

Der Spartenmix aus populären Werken ist für Kerbl ein fixes Erfolgsrezept: Alles, was unter 90 Prozent Auslastung gehe, sei in Bad Hall nicht mehr der große Erfolg, erzählt er lachend und könnte sich mit meist knapp 100 Prozent Auslastung zurücklehnen. „Bad Hall ist für mich mit viel Publikum von dort ein kulturelles Tor ins südliche Oberösterreich.“

Von Melanie Wagenhofer

Das könnte Sie auch interessieren