Kulturfabrik Helfenberg wagt sich an unterhaltsames Kleinod von Korngold

Operette „Die stumme Serenade“ feiert am 24. Juli mit hochkarätiger Besetzung Premiere

Vorne Matthias Helm als Modeschöpfer und Romana Amerling als seine Angebetete Silvia Lombardi), im Hintergrund Peter Woy als Benedetto Lugarini © Carolina Revertera

Ein besonderes, lange vergessenes, kostbares Kleinod holt das Theater in der Kulturfabrik Helfenberg dieses Jahr auf seine bewährte Sommerbühne und widmet sich damit – auch auf Publikumswunsch – nach mehreren Sprechtheatersaisonen wieder dem Musiktheater. Erich Wolfgang Korngolds Operette „Die stumme Serenade“ feiert am 24. Juli (19.30 Uhr) mit einer hochkarätigen, vielfach oö. Besetzung im Mühlviertler Theaterort Premiere. Ein witziges, schrilles Stück mit meisterhafter Musik kündigt sich an.

Entstanden bald nach dem Zweiten Weltkrieg, betonte Regisseur Rainer Vierlinger (aus Haslach) bei der Pressekonferenz am Dienstag die Zeitlosigkeit der Operette und verpasst ihr mit Seitenhieben auf die Politik unserer Tage Aktualität, nennt sie „eine Satire über Machtpolitik, Intrigen, mit großer Leidenschaft und noch größeren Egos“. Das Libretto von Victor Clement berge einiges an Wortwitz und stelle die Gesellschaftsverhältnisse auf den Kopf.

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VOLKSBLATT-Korrespondent schrieb in den USA mit

Die Gesangstexte stammen zum Teil von Korngold, der bekanntlich im Krieg in die USA-emigrierte, und dem damaligen VOLKSBLATT-Korrespondenten in Los Angeles Bert Reisfeld. Im Original spielt die Geschichte 1820 in Neapel, in Helfenberg etwa in den 1950er-Jahren, für die „Fassung Helfenberg“ wurde einiges gekürzt, sodass die Aufführung für etwa zwei Stunden angesetzt ist. Ein begnadeter Modeschöpfer verliebt sich in hoffnungslos in einen Bühnenstar. Die Angebetete ist jedoch mit dem Ministerpräsidenten liiert. Operettentypische Turbulenzen sind also vorprogrammiert.

Vinzenz Praxmarer am Pult

Mit dem gebürtigen Oberösterreicher Vinzenz Praxmarer konnte ein renommierter Dirigent gewonnen werden, mit dem Richard Strauss Ensemble Linz ein hochprofessionelles Orchester. Neun Musiker werden gut sichtbar – ähnlich platziert wie Orchester in einem Zirkus – das Geschehen begleiten. Praxmarer, der Korngold zu seinen Lieblingskomponisten zählt, freut sich darüber, zuhause diese Produktion leiten zu dürfen: „Es ist der Stilmix aus spätromantischer Kammermusik, Wienerischen Walzerklängen, jazzigen Elementen und amerikanischen Balladen, der dem Werk seinen besonderen Charme verleiht.“

Die Hauptrollen übernehmen der bekannte oö. Sänger Matthias Helm und die Wienerin Romana Amerling, zahlreiche junge Sänger sind mit dabei, auch Studenten der Bruckneruni. Sprechrollen werden u.a. von bewährten Helfenberger Kräften wie Katharina Schraml übernommen, auch Laiendarsteller aus dem Ort sind wieder mit dabei.

„Wir in Helfenberg trauen uns was und sind sehr stolz darauf, dass wir diese Produktion mit einem so großartigen Ensemble auf die Beine stellen können“, freut sich die stets rührige Obfrau Gabriele Revertera. Um die Gesamtkosten von 200.000 Euro zu stemmen, hat man sich heuer zusätzlich etwas Besonderes einfallen lassen: Es wird eine Benefizauktion veranstaltet, mit 32 Werken, die u.a. Gerhard Haderer oder Parov Stelar zur Verfügung gestellt haben. Die Auktion läuft bereits online und wird am 28. Juni mit den dann bestehenden Online-Höchstgeboten und der Möglichkeit, noch live mitzubieten, in der Kulturfabrik final über die Bühne gehen. Der Kartenverkauf ist bereits angelaufen.

Von Melanie Wagenhofer

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