Legendäre Schauspielerin Anouk Aimée mit 92 Jahren gestorben

Anouk Aimée wurde 92 Jahre alt © APA/AFP/DOMINIQUE FAGET

Bei Anouk Aimée sind eine geheimnisvolle Schönheit und ein herausragendes schauspielerisches Talent eine seltene Mischung eingegangen. Starregisseur Federico Fellini nannte sie einst „die beste Schauspielerin der Welt“, während der österreichische Schauspieler O.W. Fischer meinte: „Mademoiselle Aimée ist ein Wunder.“ Nun ist die Diva mit den Katzenaugen im Alter von 92 Jahren in Paris verstorben, wie ihr Agent der dpa bestätigte.

Die Schauspielerin, die am 27. April 1932 als Nicole Dreyfus geboren wurde, macht ihrem Namen Aimée – die Geliebte – alle Ehre. Sie gehörte zu den wenigen internationalen Stars, die sowohl von der Fachwelt als auch der Kritik und dem Publikum geschätzt wurden. Wie sie zu ihrem Pseudonym kam? Der französische Dichter Jacques Prevert, den sie in ihren ersten Filmen kennen gelernt hatte, schlug ihr vor, sie so zu nennen, wie er sie sah, als beliebte und viel geliebte Schauspielerin. Und Anouk geht auf ihre erste große Rolle in „Das Haus unter dem Meer“ zurück. „Ich hatte diesen Namen ganz schnell verinnerlicht und deshalb dachte ich, das sei ein einprägsames Pseudonym“, sagte die in Paris geborene Französin.

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In gut 50 Jahren hat die Tochter eines Schauspielerehepaars mehr als 50 Filme gedreht, überwiegend Liebesgeschichten, in denen sie mit ihrem Mona-Lisa-Gesicht und dem sehnsüchtigen Blick scheue, rätselhafte und verschlossene Frauen spielte. Ein Liebesfilm war es denn auch, der Aimées Ruhm ins geradezu Legendäre steigerte: „Ein Mann und eine Frau“. Eine bittersüße Lovestory von Regisseur Claude Lelouche, die 1966 die Goldene Palme des Festivals von Cannes erhielt. Der Film bekam 1986 und 2019 zwei ebenfalls erfolgreiche Fortsetzungen.

Die Schauspielerin, die mit 13 Jahren zum ersten Mal vor der Kamera stand, verschaffte sich jedoch schon mit ihrem zweiten Kinoauftritt in der modernen Romeo-und-Julia-Adaptation „Les amants de Verone“ (Die Liebenden von Verona) knapp vier Jahre später einen Namen. Danach rissen sich die Regisseure zwischen München, Rom, Paris, London und Hollywood um die aparte Schönheit.

Zu den Großen, mit denen sie arbeitete, gehören die Italiener Federico Fellini, Vittorio de Sica, Marco Bellocchio, die Franzosen Marcel Carne, Claude Lelouch, Julien Duvivier sowie die US-Amerikaner Sidney Lumet und Robert Altman. In ihrer Filmografie finden sich Klassiker wie Fellinis Kultfilm „La Dolce Vita“, später auch „Achteinhalb“ neben Marcello Mastroianni. Und bis ins hohe Alter wurde die Aimée geliebt: 2002 wurde sie für ihr Lebenswerk mit einem Ehren-César, dem französischen Filmpreis, ausgezeichnet.

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