Unsere Medien-Tipps: Venedig, Liebesbriefe und Kiss

Film: Welcome Venice

Piero (Paolo Pierobron) und Alvise (Andrea Pennacchi) sind in Andrea Segres Film „Welcome Venice“ die Söhne einer traditionellen Fischerfamilie, die über Jahrzehnte hinweg ihr Auskommen auf der Giudecca-Insel in der venezianischen Lagune aus dem Meer geholt hat. Doch das Fangen von Krebsen steht ebenso vor dem Untergang wie das alte Venedig. Das Tourismusgeschäft droht dem traditionellen Handwerk endgültig den Garaus zu machen. Die beiden Brüder wollen dem unterschiedlich begegnen. Während Alvise eine Chance wittert, möchte Piero am Alten festhalten. So zieht sich bald ein Graben durch die gesamte Familie.

Streaming: Mother´s Instinct

Alice (Jessica Chastain) und Céline (Anne Hathaway) sind in den USA der 1960er nicht nur Freundinnen, sondern auch Nachbarinnen. Alles idyllisch, könnte man meinen. Doch ein tragischer Unfall zerstört diese Harmonie aus gestutztem Rasen und Kochexperimenten. Aus Schuld wird Misstrauen und schließlich Paranoia. Und die Beziehung der beiden Frauen droht an dieser Bürde zu zerbrechen. Kameramann Benoît Delhomme feiert mit diesem auf Amazon Prime Video laufenden Remake eines gleichnamigen französischen Films sein Regiedebüt.

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Album: Emiliana Torrini. Miss Flower

Mit ihrem quirligen Ohrwurm „Jungle Drum“ gelang Emiliana Torrini vor 15 Jahren ein internationaler Erfolg. 2002 sang die Isländerin mit italienischen Wurzeln dann das „Herr der Ringe“-Titellied „Gollum’s Song“. Nun meldet sie sich mit ihrem neuen Soloalbum „Miss Flower“ zurück, das auf einer Kiste von Liebesbriefen basiert, die eine enge Freundin nach dem Tod ihrer Mutter geerbt hatte. Die von den Briefen inspirierten Lieder handeln von großen Gefühlen („The Golden Thread“), Verlangen („Miss Flower“) und Selbstbestimmung. Die originelle, vielseitige Songmischung ist angenehm entspannt – der passende Soundtrack für laue wie für verregnete Sommerabende.

Buch: Stefan Frommann. The Best Kiss Of My Life

„Kiss sind keine Rockband wie andere. Kiss sind ein Lebensgefühl.“ Diese Sätze am Cover des Buches „The Best Kiss Of My Life“ (Köllen Verlag, 284 Seiten, 31,50 Euro) stellen bereits klar, dass es sich Autor Stefan Frommann nicht zur Aufgabe gemacht hat, die Musik der Band kritisch zu analysieren. Vielmehr geht es um die Fans und ihre „unglaublichen Geschichten“. Komische, spannende, nostalgische, skurrile Erlebnisse von 30 Kiss-Vernarrten aus 16 Ländern hat Frommann niedergeschrieben. Interviews u.a. mit „Schlabberzunge“ Gene Simmons und Bob Ezrin, Produzent eines viel geliebten und eines sehr umstrittenen Albums von Kiss, runden das Buch ab. Fotos von den männlichen und weiblichen Fans mit und ohne ihre Idole, selbst maskiert und unmaskiert, mit und ohne Devotionalien dürfen auch nicht fehlen.

TV: Dear Future Children Dear Future Children

Drei Länder, drei Konflikte, drei Frauen und ein ziemlich ähnliches Schicksal: Tränengas und Gummigeschosse, Wasserwerfer und tödliche Dürre, Regierungen, die nicht zuhören wollen und eine junge Generation, die zurecht wütend ist. Doch sie haben nicht vor aufzugeben: weder Hilda, die in Uganda für die Zukunft unserer Umwelt kämpft, noch Rayen oder Pepper, die in Santiago de Chile und Hongkong für mehr soziale Gerechtigkeit und Demokratie auf die Straßen gehen. Sie kämpfen weiter. Für ihre und unsere zukünftigen Kinder. Der Dokumentarfilm „Dear Future Children Dear Future Children“ von Franz Böhm ist am 24. Juni um 22.25 auf 3sat zu sehen.

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