Vom Festhalten an der alten Ordnung

Landestheater Linz zeigt ab Samstag Nestroys Posse „Höllenangst“

Theresa Palfi und Jan Nikolaus Cerha
Theresa Palfi und Jan Nikolaus Cerha © Herwig Prammer

Nestroys Posse „Höllenangst“ steht ab Samstag (2. Dezember, 19.30 Uhr) im Linzer Schauspielhaus auf dem Programm. Die nach französischen Vorlagen 1849 entstandene Komödie erwies sich bei der Uraufführung im selben Jahr als eklatanter Misserfolg und wurde nach nur fünf Vorstellungen abgesetzt. Erst knapp ein Jahrhundert später kam es zur Wiederentdeckung.

Politische Intrigen haben den Freiherrn Reichthal ins Gefängnis gebracht. Dass er sich einst als Wohltäter der kleinbürgerlichen Familie Pfriem erwies, macht sich nun jedoch für ihn bezahlt: Der junge Pfriem namens Wendelin verhilft ihm zur Flucht. Das wiederum bringt einen Freund von Reichthal in Bedrängnis, der seinerseits die Flucht ergreifen muss und Wendelin nötigt, zu diesem Zweck die Kleider mit ihm zu tauschen. Der wiederum glaubt, den Teufel vor sich zu haben und nun mit demselbigen im Bunde zu stehen.

„Höllenangst“ ist wohl auch kein ganz typischer Nestroy, sondern eher eine ziemlich grimmige, schwarze Farce, mit der Nestroy die Vergeblichkeit des Aufstandes von 1848 beklagt und in der weder die Herrschenden noch die Unterdrückten gut aussteigen. Denn nicht nur die Mächtigen halten an der schlechten alten Ordnung fest, auch die Ohnmächtigen haben sie so sehr verinnerlicht, dass jede Veränderung in ihren Augen nicht mit rechten Dingen zugehen kann.

In der Linzer Aufführung übernimmt Dominique Schnizer die Inszenierung. Sarah Anna Fernbach bringt zusätzliche Couplettexte und Strophen in Nestroys Werk ein, Joachim Werner übernimmt die musikalische Leitung. Es spielen u.a. Christian Higer, Theresa Palfi, Sebastian Hufschmidt und Julian Sigl.

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