Wo Kunst ein Zuhause bekommt

Galerie Dumas in Linz-Urfahr bietet Wohnzimmer-Atmosphäre

Gregros durchbricht mit seinen Werken Wände
Gregros durchbricht mit seinen Werken Wände ©

„Da wo die Kunst lebt“, steht über der Tür der Apartmentgalerie von Raffaela Dumas-Janetschko und Stephane Dumas in Linz. Eine 70 m²-Wohnung wurde 2021 für eine neue Art von Galerie adaptiert: Weg von der Kunstpräsentation in steriler Atmosphäre. Die Kunst soll ein Zuhause bekommen. Und das gelingt dem österreichisch-französischen Ehepaar.

Die Schwellenangst schwindet schon beim Betreten. Das freundliche, unaufdringliche junge Galeristenduo führt die Besucher durch den Showroom, bestehend aus Vorraum und Küche. Hier hängen Bilder aus vergangenen Ausstellungen, z.B. Kompositionen aus Textilsteinen des Florian Nörl (Jg. 1989) aus Linz. So richtig bunt, schrill, originell und ideenreich wird´s in der Küche. Hier findet man viele Bilder in Kleinformat und Objekte, die für junge Kunstinteressierte mit „schmaler Brieftasche“ erschwinglich sind. Bezogen auf das gesamte Kunstangebot bewegt sich die Preisspanne zwischen fünf und 26.000 Euro. Zwei große Räume sind reserviert für fünf bis sechs Ausstellungen im Jahr.

Der Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst. „Wir wollen regionalen, nationalen und internationalen, etablierten wie aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern ein optimales Forum bieten. Wir haben mit fünf Künstlern in der Corona-Zeit begonnen und sind auf derzeit vierzig angewachsen“, betont Raffaela Dumas-Janetschko, die Philosophie und Kunstwissenschaft an der Katholischen Privat-Uni Linz studiert und zuvor im Galeriebetrieb in Zell am See und Grieskirchen gearbeitet hat. Die Liebe zur Kunst wurde ihr von ihrem Vater, dem Linzer Aktmaler und Musiker Alois Janetschko, in die Wiege gelegt.

Die aktuelle Ausstellung „French and Austrian affairs“ (bis 28. Oktober) zeigt Arbeiten von Künstlern aus beiden Ländern. Durch Unterschiede in der Herkunft und im Umgang mit dem Thema entstehen unterschiedlich starke „Affären“ (Verbindungen). Jeder Raum wird von einem überdimensionalen Bild der oö. Künstlerin Evelyn Kreinecker dominiert. In „For future 1“ geht es um Menschen als Individuen und als Masse. Ein zweites Bild zeigt eine afrikanische Flüchtlingsszene. Das österreichisch-französische Paar Jana & JS (Vertreter der Street Art) fordert mit Schablonenbildern von Porträts und Landschaft auf Hauswänden in der ganzen Welt zur Stellungnahme heraus. In der Galerie sind die beiden mit einem Mutter-Tochter-Porträt vertreten.

Gregos (ebenfalls Street-Art-Künstler) durchbricht mit seinen Gesichtsmasken mit unterschiedlicher Mimik ein Stück Mauer mit rechteckigen Fliesen. Weitere Künstler in der Ausstellung sind Alice Baillaud, Vincent Deramond, Florian Nörl, Alois Riedl, Annerose Riedl, Tegmo und Birgit Zinner.

Info: Tel. 0699/19023835

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