OP als Hilfe bei Übergewicht

Knapp jeder zweite Österreicher ist übergewichtig, bereits jeder vierte adipös und damit krankhaft fettleibig. Abnehmen aus eigener Kraft mittels Ernährungsumstellung gepaart mit körperlicher Bewegung ist für Adipositas-Patienten meist nicht mehr möglich. Seit Juni finden am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf hochspezialisierte chirurgische Eingriffe für Menschen mit Adipositas statt.

Die Welt-Gesundheitsorganisation stuft Fettleibigkeit (Adipositas) als weltweit größtes chronisches Gesundheitsproblem bei Erwachsenen ein. Es ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern eine ernsthafte Erkrankung.

Übergewicht belastet lebenswichtige Organe und führt zu erhöhtem Risiko für Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und zu bestimmten Krebsarten. Zudem kann Fettleibigkeit zu Gelenkproblemen, Schlafapnoe, Unfruchtbarkeit und psychischen Störungen wie Depressionen und geringem Selbstwertgefühl beitragen.

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Hochspezialisierte OP mit strengen Anforderungen

Im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf bieten Experten seit kurzem die Adipositas-Chirurgie an. Für die sogenannte bariatrische Chirurgie gelten strenge Anforderungen. Nach monatelangen Vorbereitungen kann das erfahrene Team, das diesen hochkomplexen Eingriff bereits seit Jahren am Standort Steyr anbietet, nun auch in Kirchdorf operieren.

„Es freut uns damit eine Spezialisierung in der Chirurgie zu schaffen. Wir haben hier sehr gute Voraussetzungen für die bestmögliche Versorgung der Patienten. Darüber hinaus bietet der Standort ein gutes Netzwerk aus verschiedenen Abteilungen, wodurch die Begleitung vor und nach dem Eingriff möglich ist. Innere Medizin, Anästhesie und Intensivmedizin, Diätologie und Physiotherapie arbeiten mit uns fächerübergreifend zusammen, um gemeinsam das optimale Ergebnis zu erzielen“, erklärt Prim. Priv.-Doz. Adam Dinnewitzer, Leiter der Abteilung für Chirurgie an beiden Standorten des Pyhrn- Eisenwurzen Klinikums.

Eine Gewichtsreduzierung durch eine OP kann bei Betroffenen die allgemeine Gesundheit und die Lebensqualität deutlich verbessern. So haben beispielsweise Studien gezeigt, dass Personen, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen haben, erheblich an Gewicht verloren haben und dadurch langfristig von Typ-2-Diabetes verschont blieben. Darüber hinaus kann die Operation das Risiko einer Medikamentenabhängigkeit verkleinern, die Mobilität verbessern und das psychische Wohlbefinden stärken.

Vor jeder OP werden Betroffene ausführlich über den Eingriff informiert. „Die Operationen werden ohne größeren Bauchschnitt laparoskopisch durchgeführt. Dabei wird der Magen-Darm-Trakt, z. B. durch eine Variante des Magenbypasses oder eine Schlauchmagenbildung verändert, um so den gewünschten Gewichtsverlust zu bewirken“, erklärt OA Wolfgang Fischer, Experte für Adipositas Chirurgie.

Die Adipositas Chirurgie ist zwar ein wirksames Mittel zur Gewichtsreduktion, sollte aber als Teil eines umfassenden Konzepts zur Behandlung von Fettleibigkeit betrachtet werden. Gesunde Essgewohnheiten, körperliche Betätigung und psychologische Unterstützung sind wesentliche Bestandteile eines erfolgreichen Gewichtsmanagements. „Eine OP unterstützt und motiviert Betroffene bei der Änderung des Lebensstils und hilft dabei gesündere Gewohnheiten anzunehmen, um den Gewichtsverlust langfristig zu halten“, so Oberärztin Margit Stellnberger.

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