Aufholbedarf bei den OÖ-Klubs

Fußball: Erste Erkenntnisse aus dem Ligastart — Direkte Konkurrenz gut in Schuss

Das Missgeschick beim ausgelassenen Jubel lässt sich leicht verkraften, die Leistung des LASK am Feld braucht genaue Aufarbeitung.
Das Missgeschick beim ausgelassenen Jubel lässt sich leicht verkraften, die Leistung des LASK am Feld braucht genaue Aufarbeitung. © APA/EXPA/Eisenbauer

Der Sommer ist auf den Straßen bekanntlich auch die Jahreszeit der vielen Baustellen. Auch das OÖ-Fußball-Trio LASK, Blau-Weiß Linz und SV Guntamatic Ried offenbarte zum Liga-Start noch einige Baustellen.

Fairerweise muss festgehalten werden, dass das wenig verwunderlich ist, denn in der kurzen Vorbereitungszeit passierte bei den drei Klubs sehr viel. Dennoch heißt es schnell zu reagieren, denn die Konkurrenz zeigte sich teilweise schon weit besser aufgelegt.

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Hoffen auf Klarheit

Von Turbulenzen nach dem Jaissle-Abgang war etwa bei Meister Salzburg nichts zu merken. „Für uns war es einfach wichtig heute zu zeigen, dass wir da sind“, meinte Neo-Keeper Alexander Schlager nach dem 2:0 in Altach. Mit der Verpflichtung von Gerhard Struber als neuen Trainer (siehe S. 22) garantierten die Verantwortlichen, dass die berühmte Salzburg-DNA unverändert bleibt und der Übergang nahtlos funktionieren wird. Der große Herausforderer Sturm Graz wiederum zeigte auch noch ohne Ersatz für Goalgetter Emanuel Emegha mit dem 3:0 bei der Austria groß auf.

Beim LASK schweben dagegen immer noch die Millionen für Keito Nakamura durch den Raum, nun soll es auch Interesse von Roma an Marin Ljubicic geben — alles der Leistung nicht zuträglich. Man kann im Sinne aller Beteiligten nur hoffen, dass hier bald Klarheit herrschen wird.

Das Einzige, das außer dem Last-Minute-Ausgleich durch Felix Luckeneder gegen Rapid positiv auffiel, war die Tatsache, dass nichts beschönigt wurde: „Wir reden zum dritten Mal über den Schiedsrichter und das ist nicht mein Thema. Mein Thema ist meine Mannschaft und da haben wir genug zu tun“, meinte Trainer Thomas Sageder auf eine umstrittene Szene angesprochen, in der es wohl Elfmeter für den LASK geben hätte müssen.

Hoffen auf Stürmer

Auch bei Blau-Weiß war man sich nach dem 1:2 in Wolfsberg bewusst, dass es zukünftig eine Leistungssteigerung braucht. Die Linzer zahlten bei den zwei Gegentoren zu Beginn der Halbzeiten Lehrgeld. Doch die Nervosität wird sich mit den Spielen legen, die Stürmer müssen sich erst an die höhere Qualität der Abwehrreihen aber erst gewöhnen. Ganz im Gegensatz von Ex-Goalgetter Matthias Seidl. Während der 22-Jährige im Frühjahr nach seiner Verletzung im Schatten von Ronivaldo stand, brauchte er bei Rapid keine Anlaufzeit. Zwei Pflichtspiele, zwei Tore — zeigt welche Qualität der schnelle und trickreiche Offensiv-Akteur besitzt.

Ein gutes Stichwort, um in Liga zwei zu schauen. Denn die Qualität im Angriff fehlt der SV Ried noch — anders als bei der Konkurrenz. Denn bei St. Pölten trugen sich beim 4:1-Auftaktsieg über Sturm II mit Rio Nitta und Dario Tadic beide neuen Stürmer in die Schützenliste ein. Auch der GAK hatte beim 3:0 gegen Amstetten das Visier gut eingestellt. Die SV Ried wird noch Zeit und einen Neuner brauchen, droht aber damit doch Terrain auf die beiden Mitfavoriten zu verlieren.

Zumindest sollten Kapitän Marcel Ziegl und Marc-Andre Schmerböck am Freitag gegen die Admira einsatzbereit sein. Auch bei Philipp Pomer, der gegen den FAC nach einem Schlag vorzeitig vom Feld musste, gab es Entwarnung.

Von Tobias Hörtenhuber

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