Dominante Portugiesen mit spätem 2:1-Sieg über Tschechien

Siegtreffer erst in der Nachspielzeit durch Conceicao

Der Alte und der Junge: Ronaldo jubelt mit Torschütze Conceicao © APA/APA (dpa)/Hendrik Schmidt

Erst ein Jokertor von Francisco Conceicao in der Nachspielzeit hat Cristiano Ronaldo und Portugal am Dienstag einen 2:1-(0:0)-Sieg über Tschechien und damit den Start in die Fußball-EM gerettet.

In Leipzig gab der Titelgewinner von 2016 zwar fast nach Belieben den Ton an, fing sich bei einem der wenigen Gegenangriffe aber das 0:1 ein und brauchte schließlich ein Eigentor von Robin Hranac (69.) sowie die späte Erlösung durch den erst dreifachen Teamspieler Conceicao (92.).

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Ronaldo blieb zwar ohne Torerfolg, knackte aber eine andere Rekordmarke. Der 39-jährige Kapitän stand von Beginn an am Feld und machte damit seine sechste EM-Teilnahme perfekt. Sein Einsatz war Ronaldos 26. bei einer EM-Endrunde, mehr hat kein Kicker geschafft.

Portugal wurde in der ersten Hälfte nur in einer von den Tschechen mutig geführten Anfangsphase vor leichte Probleme gestellt, die Defensive um den neuen EM-Rekordmann Pepe kam aber nicht ins Wackeln. Mit 41 Jahren und 113 Tagen löste dieser den bisherigen ungarischen Rekordhalter Gabor Kiraly ab, der bei der EM 2016 gegen Belgien 40 Jahre und 86 Tage alt gewesen war.

Spätestens nach einer Viertelstunde hatte die Partie den erwarteten Charakter angenommen. Für die eifrig vor dem verbarrikadierten Strafraum passenden Portugiesen wurde es ein Geduldsspiel, weil die großgewachsenen Tschechen über weite Strecken dicht hielten und sich manchmal auch eine leichte Statik über das portugiesische Kombinationsspiel legte.

In Erinnerung blieben vor allem zwei Ronaldo-Chancen, die Tschechen-Goalie Jindrich Stanek zunichte machte. Einmal war er aus Kurzdistanz nach präzisem Fernandes-Assist per Fußabwehr zur Stelle (32.), kurz vor der Pause setzte er beim Schlenzer aufs lange Eck zeitgerecht zum Sprung an (45.+1). Auch bei Möglichkeiten von Leao (26.) und Vitinha (33.) fehlte nicht viel auf das 1:0 für den WM-Viertelfinalisten.

Entlastungsangriffe des Außenseiters waren ein rares Gut. Umschaltmomente erstickten wahlweise im postwendenden Gegenpressing der Selecao oder der eigenen Unfähigkeit. Die Ballbesitzquote von 73 Prozent zugunsten Portugals sprach Bände und nahm sich nach Seitenwechsel kaum verändert aus.

Just wenige Minuten nachdem ein Ronaldo-Kopfball über das Tor (54.) eine intensive Phase der Portugiesen eingeleitet hatte, jubelten die Tschechen mit ihrer ersten nennenswerten Offensivbemühung. Provod profitierte von leichter defensiver Inkonsequenz und schoss aus der zweiten Reihe ins linke obere Eck ein.

Portugal reagierte wütend und kam wenig später in kurioser Manier zum Ausgleich. Staneks Klärungsversuch nach Mendes-Flanke prallte von Hranacs Bein in die Maschen. Kurz danach machte es Stanek bei einem Weitschuss Vitinhas besser (78.).

Im Finish hatten die sichtlich ermüdeten Tschechen durch Ondrej Lingr sogar die Möglichkeit auf ein weiteres Tor (82./daneben), waren hauptsächlich aber damit beschäftigt, die Schlussoffensive des Gegners in Schach zu halten. Dieser war vorerst kein Erfolg gegönnt, weil Diogo Jotas 2:1 vom VAR wegen vorangegangener Abseitsstellung aberkannt (88.) wurde. Vier Minuten später staubte dann aber doch der kurz zuvor eingewechselte Conceicao nach neuerlich unglücklicher Aktion von Hranac aus Kurzdistanz ab.

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