Kroatien setzt gegen Albanien in Hamburg auf den Heimvorteil

Fußball-EM: Nach Auftaktniederlagen stehen beide Teams bereits unter Zugzwang

Gegen Spanien hatten die Kroaten mit Kapitän Modric (rechts) nichts zu lachen. Das muss gegen Albanien anders werden.
Gegen Spanien hatten die Kroaten mit Kapitän Modric (rechts) nichts zu lachen. Das muss gegen Albanien anders werden. © AFP/Andersen

Kroatien hat nach dem verpatzten Start in die Fußball-EM Wiedergutmachung angekündigt. Die ebenfalls noch punktelosen Albaner sollen am Mittwoch (15 Uhr/live ORF 1) den Ärger der „Feurigen“ (Vatreni) zu spüren bekommen. Ein Zitterspiel zum Abschluss der schwierigen Gruppe mit Spanien und Italien wollen die Kroaten vermeiden. „Drei Punkte sind für uns das Wichtigste, das wird von uns erwartet. Wir rechnen auch mit nichts anderem“, berichtete Stürmer Andrej Kramaric.

Das 0:3 gegen Spanien soll aus Sicht von Luka Modric und Co. abgehakt sein. Teamchef Zlatko Dalic hatte sich nach dem dürftigen Auftritt des WM-Dritten bei den eigenen Fans entschuldigt. Er forderte eine deutliche Leistungssteigerung von seinem Team.

Lesen Sie auch

„Ich hoffe, dass wir nur einen schlechten Tag hatten“, so der 57-Jährige. Für das zweite Gruppenspiel gegen den vermeintlichen Punktelieferanten der Gruppe will er keine großen personellen oder taktischen Veränderungen vornehmen, verriet Dalic: „Wir werden jetzt nicht alles ändern, was wir vorher gut gemacht haben.“

Der 38-jährige Modric wurde ob der aussichtslosen Lage in der zweiten Halbzeit gegen Spanien bereits geschont. Am Kapitän wird Dalic festhalten. Seine Chance könnte Salzburgs Luka Sucic erhalten, der im Mittelfeld laut Medienberichten den Platz von Marcelo Brozovic übernehmen könnte. Auch er soll mithelfen, den Worst Case zu verhindern. Drei der vergangenen fünf Pflichtspiele hat Kroatien verloren, vor Spanien unterlag die Mannschaft in der EM-Qualifikation gegen die Türkei und Wales.

Nächstes „Heimspiel“

Den Favoriten soll auch die Unterstützung von den Rängen beflügeln. Gegen Spanien waren rund 50.000 Anhänger der Vatreni im Berliner Stadion, über 100.000 sollen in der Stadt gewesen sein. Auch nach Hamburg reisen wieder Zehntausende mit.

Der in Deutschland für Hoffenheim spielende Kramaric sprach von einer „Heim-EM“ und hielt fest: „Es wäre eine Schande, das nicht zu nutzen.“ Die kroatische Presse hat die Partie schon als Entscheidungsspiel tituliert. „Wir haben noch alles in den eigenen Händen, alles unter Kontrolle“, meinte Dalic dazu.

Ihre Chance nutzen wollen jedoch auch die Albaner. Die Südosteuropäer fühlen sich in der Rolle des Underdogs wohl. Schon die Qualifikation beendeten sie vor den Tschechen und Polen. Auch gegen Kroatien wird erwartet, das der brasilianische Trainer Sylvinho wieder auf eine kompakte Defensive und Nadelstiche nach vorne setzt.

„Ich habe die anderen Mannschaften bei diesem Turnier gesehen. Wenn du mit ihnen mitspielen willst, schießen sie dir fünf oder sechs Tore“, betonte der ehemalige Linksverteidiger des FC Barcelona und Manchester City. In seinem Team stünden auch viele junge Spieler. „Sie wachsen noch.“

Auch der Außenseiter darf sich in Hamburg auf stimmgewaltige Unterstützung freuen. Beim 1:2 gegen Italien fielen die heißblütigen albanischen Fans aber auch mit von der UEFA nicht gern gesehenen Aktionen auf. Wegen mehrerer Vorfällen (u.a. Pyrotechnik, politische Botschaften) wurde ein Disziplinarverfahren gegen Albaniens Verband eröffnet.

Dieser versprach Besserung, sah die Causa aber auch weniger streng. „Die Veranstaltung war ein Fest des europäischen Fußballs, und es gab keine größeren Zwischenfälle, die die positive Atmosphäre beeinträchtigt hätten“, meinte ein Sprecher.

Das könnte Sie auch interessieren