Thiem vor Rasen-Comeback – Hofft auf Olympia und US Open

Thiem schlägt sich auf dem Rasen von Mallorca ein © APA/MALLORCA CHAMPIONSHIPS/MANUEL QUEIMADELOS

Drei Jahre nach seiner folgenschweren Handgelenksverletzung ist Dominic Thiem zum ATP-Rasenturnier auf Mallorca zurückgekehrt. Thiem trifft am Montagabend auf Frankreichs Star Gael Monfils. Der 30-jährige Ex-US-Open-Sieger hat nach der Operation von Andy Murray nun auch wieder Hoffnungen auf seine Olympia-Premiere und würde dort auch spielen. Auch für die US Open hofft er auf eine Wildcard, möchte aber im Fall der Fälle in New York auch Qualifikation spielen.

Zunächst gilt es aber für ihn Abschied vom Rasen zu nehmen, denn in Wimbledon wird Thiem nicht dabei sein. Das von der österreichischen Firma emotion veranstaltete Event hat den Ex-Weltranglisten-Dritten mit einer Wildcard zurückgeholt. Mit von der Partie ist auch Österreichs Nummer eins Sebastian Ofner. Letzterer eröffnet am Montag gegen den Spanier Jaume Munar. Beide Österreicher sind live auf Sky zu sehen.

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„Es ist einerseits eine schwierige Auslosung, aber andererseits auch eine geile. Gael Monfils ist jetzt auch schon 37, aber eine der großen Figuren in den letzten zehn bis 15 Jahren. Einer, den jeder Tennisfan kennt und liebt“, schwärmte Thiem schon am Samstag. „Wir haben schon einige sehr geile Matches gehabt. Vielleicht wird es das letzte Match zwischen uns beiden und ich freu mich drauf.“

Die Verletzung, die er sich vor drei Jahren an diesem Schauplatz zugezogen hat, spiele überhaupt keine Rolle. „Ich bin damals schon mit ein bisserl Schmerzen hergekommen, die jedes Jahr auf Rasen waren, vielleicht wegen den schweren Bällen. Dann ist hier halt die Verletzung passiert. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das Handgelenk schon von den ganzen Jahren, (so) wie ich auf die Kugel draufgedroschen habe, stark vorbelastet war. Es hat auch der Arzt gesagt, wenn es nicht hier passiert wäre, wäre es ziemlich sicher wo anders passiert.“

Der Rasen befinde sich in Topzustand. „Ich freue mich, weil ich echt gern auf Rasen spiele.“ Zeugnis davon gibt in seiner Erfolgsliste der Turniertitel 2016 in Stuttgart, Thiem ist nach wie vor der einzige Österreicher überhaupt mit einem ATP-Tour-Rasentitel.

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Interessant ist freilich, ob Thiem zum Karriere-Ausklang doch noch zu seiner Olympia-Premiere kommt. Nach einer Verletzung von Andy Murray am Rücken, die den 37-jährigen Schotten am Sonntag zur Absage für Wimbledon zwang, könnte dies möglich sein. Thiem kann ja nur mit einer „speziellen Wildcard“ für ehemalige Grand-Slam-Sieger noch reinrutschen, auf einer der beiden „sitzt“ aktuell Murray. Laut einem Bericht der englischen Tageszeitung „The Telegraph“ soll Murray rund sechs Wochen pausieren, bis zu Beginn der olympischen Tennisbewerbe sind es nur noch fünf Wochen.

„Es hat schon so ausgeschaut, dass der Zug für Olympia abgefahren ist, aber in den letzten Tagen hat sich die Tür wieder ein bisserl aufgemacht. Wenn die Möglichkeit besteht, werde ich auf jeden Fall spielen“, versichert Thiem. „Es ist sicher eine unglaubliche Erfahrung, einmal als Sportler bei den Olympischen Spielen dabei zu sein.“ Danach werde er in Gstaad und Kitzbühel antreten, dann auch bei den US Open „Ich hoffe, dass ich da noch einmal eine letzte Chance kriege auf einen Hauptbewerb bei einem Grand-Slam-Turnier“, hofft er auf eine Wildcard. „Wenn es nicht sein wird, werde ich dort auf jeden Fall Quali spielen. Danach ist noch Wien und das wird das letzte Turnier sein.“

Für Sebastian Ofner hat die Auslosung einen vermeintlich leichteren Gegner gebracht. „Generell ist es auf Rasen immer offen, aber ich würde sagen, dass das trotzdem eine ganz okay Auslosung ist“, sagte der Steirer. Munar spiele sicher auf Sand sein bestes Tennis. „Aber man muss zu 100 Prozent ready sein und seine Leistung bringen, sonst reicht es nicht.“

Bei seinen zwei bisherigen Rasen-Turnieren in dieser Saison schied er zwar jeweils gleich aus, aber nach guter Leistung. „Die zwei Partien waren wirklich auf einem guten Niveau. Wenn es so eng ist, habe ich vielleicht das Quäntchen Glück nicht auf meiner Seite gehabt, aber auf die Matches kann man aufbauen.“ Von der Leistung her, die er nun bei jedem Turnier bringe, ist er aber zufrieden. „Wenn man da dran bleibt, dann wird man die Matches gewinnen. Im Tennis geht das so schnell, man darf nur nicht aufgeben.“

Beide Spieler, die ja auch Schützlinge von Thiem-Vater Wolfgang sind, verfolgen freilich auch die Fußball-Euro mit großem Interesse. „Wir haben ein Superteam, ich glaube, dass da einiges möglich ist“, sagte Ofner dazu.

Thiem, der zuletzt das Nationalteam bei einem Trainingskurs in Windischgarsten besucht hatte, meinte, er habe zuletzt seinen ganzen Tagesplan auf die beiden bisherigen Österreich-Matches ausgerichtet. „Das erste Match gegen Frankreich war auch schon richtig gut und gegen Polen absolut sensationell. Ich bin mir sehr sicher, dass wir den Aufstieg schaffen, das wäre geil. Es hat sich in den letzten Monaten schon angekündigt. Die haben jedes Match gut gespielt, die Ergebnisse haben gepasst, umso schöner, dass es jetzt bei der Euro so weitergeht.“

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