Die Heurigen legten heuer einen Frühstart hin

Frühkartoffel sind eine österreichische Spezialität

Die Heurigen sind im Gemüse-Kühlfach etwa 14 Tage haltbar
Die Heurigen sind im Gemüse-Kühlfach etwa 14 Tage haltbar © LK OÖ

Die Klimabedingungen in Europa verlagern den Start der Heurigensaison zeitlich betrachtet immer mehr nach vorne. Zwar haben die OÖ Erdäpfelbauern auch 2023 genau am 12. Juni zum Saisonstart eingeladen, allerdings war letztes Jahr das Heurigenangebot um diese Zeit noch knapp. Heuer begannen die ersten Rodearbeiten mit geringen Mengen historisch früh bereits um die dritte Maiwoche. Seit Anfang Juni werden auch über den Lebensmittelhandel in OÖ schon Heurige aus OÖ angeboten.

Österreich ist bei den Erdäpfeln auch für die Heurigen bekannt, die ersten Erdäpfel der neuen Ernte. Während in anderen europäischen Ländern der Früherdapfel ausgereift geerntet wird, erfolgt die Ernte beim österreichischen Heurigen vor der Abreife.

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Dadurch ergibt sich der nussige Geschmack und die schuppige Schale. Das „Fruchtfleisch“ des Erdapfels ist noch sehr fein. Der Heurige wird nur in Oberösterreich so genannt, überall anders heißt er „Frühkartoffel“.

Hauptanbaugebiet für die Erdäpfel ist in Österreich Niederösterreich mit 72 Prozent an der österreichischen Speiseeräpfelfläche (10.786 Hektar). Insgesamt werden in Österreich 14.950 Hektar Erdäpfel angebaut. Dahinter liegt das Burgenland mit 1.404 Hektar und es folgt OÖ mit 1.065 Hektar.

Frisch statt Convenience

Beim Pro-Kopf-Verbrauch war die Saison 2021/22 außergewöhnlich. Seit den 90er Jahren war der Konsum mit fast 53 Kilogramm/Kopf nicht mehr so hoch. 2022/23 sank der Erdäpfel-Konsum wieder auf 48,9 Kilogramm. Marktanalysen zeigen, dass der Trend zu Convenience-Produkten zunimmt. Nur noch rund ein Drittel der Erdäpfel werden frisch konsumiert.

„Der Wunsch von uns Erdäpfel-Bauern ist es, dass die Konsumentinnen und Konsumenten im Hinblick auf eine gesunde Ernährung wieder mehr Wert auf frische Erdäpfel auf ihrem Speiseplan legen. Außerdem sind die Qualitätsanforderungen und Normen des Handels in Bezug auf die Qualität der Erdäpfel zum Teil überzogen,“ betont Martin Paminger, Erdäpfel-Sprecher der Gemüse- und Obstbauverbandes OÖ, kurz GEO_OÖ.

Importe sind Ausnahme

Während in anderen europäischen Ländern sehr viele Erdäpfel aus Spanien und aus dem Mittelmeerraum importiert werden, sind diese im österreichischen Lebensmittelhandel eine Ausnahme. Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel entspricht den Wünschen der Konsumentinnen und Konsumenten und vermarktet fast ohne Unterbrechung heimische Ware.

Besonders der Import ägyptischer Erdäpfel wurde in der Vergangenheit von den österreichischen Erdäpfelbauern oft kritisiert: Der Transport ist lange, der Wüstenboden kann nur unter hohem Wassereinsatz fruchtbar gemacht werden und es werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die bei uns seit Jahren verboten sind.

Auf Importware aus Ägypten wurde daher nach Gesprächen der Interessenvertretung der Erdäpfelbauern mit dem Lebensmitteleinzelhandel auch in diesem Frühjahr weitgehend verzichtet.

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