Klimaziele halten Anlagenbauer Kremsmüller auf Wachstumskurs

Firmenchef freut sich über „sehr sehr gutes Jahr 2023“, warnt aber vor Überregulierung durch die EU

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Über ein „sehr sehr gutes Jahr“ — gemeint ist 2023 —freut sich Gregor Kremsmüller, Geschäftsführender Gesellschafter des in Steinhaus bei Wels beheimateten Anlagenbauers Kremsmüller.

In Zahlen ausgedrückt heißt das: Die Firmengruppe steigerte die Betriebsleistung von 2022 auf 2023 um 18 Prozent auf 260 Millionen Euro, die Kremsmüller Anlagenbau GmbH als Kernunternehmen legte bei der Betriebsleistung um elf Prozent auf 204 Millionen Euro zu.

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Das Ergebnis erhöhte sich in der GmbH um 35 Prozent, in der Gruppe habe man den ROS (Return on Sales) mit 8 Prozent gegenüber dem budgetierten Wert beinahe verdoppeln können. Seine Prognose für 2024: „Es wird wieder ein gutes Jahr. Die Ergebnisse werden sich aber auf hohem Niveau normalisieren.“

Ausschlaggebend für eines der „erfolgreichsten Jahre in unserer Unternehmensgeschichte“ ist laut Kremsmüller die außergewöhnliche hohe Auslastung quer durch alle Fachbereiche — vom Dampfspeicher für die Energieomptimierung über den Fernwärmeausbau bis hin zur Steuertechnik für das Kunststoffrecycling. Wobei alle Projekte vorwiegend mit den Klimazielen zu tun haben, während bei den hunderten Instandhaltungsprojekten fast immer die Energieoptimierung eine zentrale Rolle spielt.

Der Geschäftsführer glaubt zudem, dass vor dem Hintergrund der verpflichtenden Klimaziele ab dem Jahr 2028 zusätzliche Dynamik in den Markt kommt. Freilich fürchte er, „dass aufgrund fehlender Resscourcen nicht alle rechtzeitig fertig werden“.

Etwas bereitet Kremsmüller in diesem Zusammenhang auch Kopfzerbrechen, nämlich die Überregulierung auf EU-Ebene. Der Firmenchef warnt davor, dass Betriebe — und in seinem Fall also Kunden — dorthin abwandern, wo „innovative Technik für den Klimaschutz zu finden sein wird“.

„Das Innovationspotenzial ist in Österreich hoch, es hängt aber von der Attraktivität des Standortes ab“, meinte er Richtung Politik. Die zentralen Themen der nächsten Jahre für das Unternehmen seien die Synthetischen Energieträger, CO2-Speicherung sowie die Abwärmenutzung.

Die aktuellen Investitionen in Umsetzung im Wert von 20 Mio. Euro betreffen unter anderem den Ausbau des Standortes Schwechat, die Fertigstellung eines neuen Technikums sowie die Modernisierung des Apparatebaues in Steinhaus. In Schwechat soll die firmeneigene Akademie eine Außenstelle erhalten.

Besonders stolz zeigt sich der Geschäftsführer auf eine Auszeichnung durch eine unabhängige Studie, die Eucusa Consulting GmbH im Zuge der Strategieerstellung 2023 durchführte. In den Kategorien zu den Fachkompetenzen der Mitarbeiter schaffte das Unternehmen eine neue Bestmarke der Branche. Die Kremsmüller-Gruppe beschäftigt international konstant rund 1.700 Mitarbeiter, 1.300 davon in Österreich. Der Anteil vom Fremdpersonal liege bei knapp 20 Prozent. Für die künftigen Fachkräfte sei es wichtig, dass man sich attraktiv darstelle. Bei der Kremsmüller-Gruppe strebe man eine Mischung aus Lehrlingen und der Entwicklung von jungen Nachwuchskräften an.

Sicher ist sich Kremsmüller im Übrigen, dass sich das Unternehmen an einem Projekt nicht mehr so überhebt, dass man — wie im Gefolge eines Auftrags der Wien Energie 2020 — abermals Insolvenz anmelden müsste. „Wir haben viel daraus gelernt“, so der Geschäftsführer und fügt hinzu: „Wir haben auch jetzt Großaufträge, aber keiner ist in Schieflage“.

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