Weinbau laboriert an Spätfolgen der Corona-Pandemie

Geändertes Konsumverhalten, übersättigter Markt: Winzer Anton Bauer meldete Konkurs an

Nach der Corona-Pandemie schmeckt der Wein nicht mehr jedem, außerdem soll der Markt mit Qualitätsweinen übersättigt sein.
Nach der Corona-Pandemie schmeckt der Wein nicht mehr jedem, außerdem soll der Markt mit Qualitätsweinen übersättigt sein. © Parilov — stock.adobe.com

Der Name Anton Bauer hat in der Weinbranche eine klingenden Namen, viele Restaurants führen Weine des Winzers aus Feuersbrunn am Wagram (NÖ).

Doch jetzt musste die Reißleine gezogen — mit Passiva von rund 5,5 Millionen Euro wurde beim Landesgericht St. Pölten das Konkursverfahren beantragt und auch eröffnet, wie die Gläubigerschützer KSV1870 und Creditreform berichten. Rund 100 Gläubiger seien betroffen, an einer erfolgreichen Erfüllung wird bei der Creditreform gezweifelt.

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Hinter der freien Bezeichnung Weingut Anton Bauer stehen diesen Angaben zufolge der Einzelunternehmer Anton Bauer, die Anton Bauer GmbH und die B&W Fine Wine Exports GmbH. „Alle drei Unternehmen haben ihre Zahlungen eingestellt“, berichtete der KSV.

Der Einzelunternehmer Anton Bauer führt einen Weinbaubetrieb und verkauft die geernteten Trauben an die Anton Bauer GmbH, die wiederum den Wein produziert und damit handelt.

Die B&W Fine Wine Exports GmbH wickelt den Export in die USA ab. Die Passiva von Anton Bauer wurden mit 2,8 Mio. Euro, die der Anton Bauer GmbH mit 1,95 Mio. Euro und jene der B&W Fine Wine Exports GmbH mit 0,7 Mio Euro beziffert.

„Als wesentliche Insolvenzursache wird vom Unternehmen das stark veränderte Konsumverhalten seit der Covid-19-Pandemie angeführt. Außerdem sei der Markt mit Qualitätsweinen, wie sie auch vom Weingut Anton Bauer produziert werden, übersättigt, sodass derzeit um 30 Prozent mehr Weinbestand vorhanden ist, als abgesetzt werden kann“, teilte der Kreditschutzverband mit. Da auch die Suche nach Investoren letztlich erfolglos geblieben sei, mussten nunmehr Konkursanträge gestellt werden.

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