Schwarzarbeiter auf italienischen Feldern starten Sammelklage

Kampf für faire Löhne und Rechte

140 ausländische Schwarzarbeiter, die jahrelang auf den Feldern der mittelitalienischen Provinz Viterbo nördlich von Rom ausgebeutet wurden, haben eine Sammelklage gegen ihren Arbeitgeber eingereicht. Sie beklagen, dass sie 13 Stunden am Tag sechs Tage pro Woche arbeiten mussten. Dabei wurden sie drei bis sieben Euro pro Stunde bezahlt.

Die Klage wird am Mittwoch vor einem Gericht in Viterbo behandelt, wie die römische Tageszeitung „La Repubblica“ am Montag berichtete. Die Arbeitskräfte, die vor allem aus Pakistan und Senegal stammen, forderte die Entschädigung von ihrem Arbeitnehmer, die sie jahrelang einschüchterte und bedroht. Viele Schwarzarbeiter hatten keine Aufenthaltsgenehmigung in Italien.

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Das Thema Rechte der Arbeiter auf den italienischen Feldern steht im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte, nachdem ein Arbeitgeber vergangene Woche einen indischen Erntehelfer nach einem Arbeitsunfall mit abgeschnittenem Arm ohne Hilfe zurückgelassen. Der Landarbeiter erlag seinen schweren Verletzungen.

Der italienischen Landarbeitergewerkschaft zufolge war der Arbeiter beim Heuschneiden in eine Maschine geraten. Dabei habe er einen Arm verloren und mehrere Knochenbrüche erlitten. Statt erste Hilfe zu leisten und einen Krankenwagen zu rufen, habe das Unternehmen den Verletzten „wie einen Sack Müll nahe seiner Wohnung abgeladen“.

Die Schwarzarbeit in der Landwirtschaft generiere ein Milliardengeschäft, beklagen italienische Gewerkschaften. Erntehelfer werden für drei Euro pro Stunde ausgenutzt. Das Phänomen des „Caporalato“, wie die Ausbeutung von Schwarzarbeitern auf den Feldern in Italien genannt wird, ist vor allem in den süditalienischen Regionen verbreitet.

Zuletzt wurden zwar die Strafen für die Ausbeutung von Schwarzarbeitern auf den Feldern auf bis zu sechs Jahre Haft erhöht. Die Kontrollen seien aber unzulänglich, kritisieren die Gewerkschaften.

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