Bergretter mussten im Vorjahr mehr als 9.600 Mal in den Einsatz

Zahl der Alarmierungen stieg um drei Prozent, Zahl der Verletzten sogar um elf Prozent

Mehr als 9.600 Mal mussten die rund 12.800 Ehrenamtlichen der Österreichischen Bergrettung im Vorjahr in den Einsatz. Das waren um drei Prozent mehr Alarmierungen als im Jahr davor.

Strategien zur Eindämmung der Einsätze wurden vergangenes Wochenende (14./15. Juni) beim Netzwerksymposium „BergRETTUNG“ des Österreichischen Bergrettungsdienstes, das von den Präventionsinstituten Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit (ÖKAS) mitveranstaltet wurde, am Semmering beraten.

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Es zählt, was man als Retter kann

In den Bergen, wenn Menschen in Gefahr sind, zählt nicht, wer du bist, sondern was du als Retter kannst. Unter diesem Motto diskutierten Experten der unterschiedlichsten Fachbereiche neue Trends und Risiken und tauschten sich über Möglichkeiten der intensiveren Zusammenarbeit aus.

„Die fast 13.000 ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter sind 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr im Einsatz, um bei einem Unfall im unwegsamen Gelände Hilfe zu leisten. Für ihre Arbeit, ihr Engagement und die Leistungen, die täglich erbracht werden, gebührt ein großes Dankeschön“, so Innenminister Gerhard Karner in seinen übermittelten Grußworten.

„Neben Vernetzung ist der stetige Ausbau von Präventionsmaßnahmen enorm wichtig, damit Notfälle erst gar nicht passieren und die Hilfsorganisationen entlastet werden“, sagte Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, der die Veranstaltung eröffnete.

273 Menschen konnten im Vorjahr nur noch tot geborgen werden

Die Anzahl der Einsätze der Bergrettung ist 2023 um mehr als drei Prozent auf 9.658 gestiegen, die Anzahl der geborgenen Personen lag mit 9.997 sogar um elf Prozent über dem Niveau von 2022. 273 Menschen konnten jedoch nur noch tot geborgen werden.

Stefan Hochstaffl, Präsident der Österreichischen Bergrettung: „Wir freuen uns sehr, dass die Zahl unserer freiwilligen Mitglieder im Vorjahr neuerlich leicht gestiegen ist.“

Zu den Diskussionspunkten gehörte neben der „Kommunikation“ unter anderem auch das Thema „Peer-Stress“. „Professionelle Unterstützung nach belastenden Ereignissen ist für die Einsatzkräfte der Bergrettung ein besonders wichtiges Thema“, so Martin Gurdet, Bundesgeschäftsführer beim Österreichischen Bergrettungsdienst.

In den nächsten Jahren gelte es, noch bestehende Berührungsängste weiter abzubauen und beständig diese wichtigen Inhalte zu implementieren, hieß es.

Hohe Dunkelziffer an Unfällen und zielgenaue Präventionsarbeit

Neben den offiziellen Einsatzzahlen in den Bergen, gibt es eine hohe Dunkelziffer, weil nicht jede Verletzung polizeilich gemeldet wird bzw. einen Einsatz der Bergrettung nach sich zieht.

Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Fachbereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV erläuterte: „Um die hohe Dunkelziffer zu erfassen, führen wir regelmäßig Befragungen von Unfallopfern und Hochrechnungen durch. Daher wissen wir, dass allein beim Skifahren, Snowboarden, Wandern, Bergsteigen, Klettern und Mountainbiken pro Jahr insgesamt rund 47.000 Personen aus Österreich so schwer verletzt werden, dass sie in einer Ambulanz oder in einem Spital behandelt werden müssen.“

„Jeder Unfall ist einer zu viel. Prävention ist immer besser als Rettung“, so Peter Paal, Präsident des Österreichschein Kuratoriums für alpine Sicherheit. Die tausenden Einsatzzahlen der Bergungs- und Rettungsorganisationen unterstreichen die Größenordnung und Relevanz der Risiken am Berg.

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