Kirchdorfer Bürgermeisterin fiel bei Volksabstimmung durch

Vizebürgermeister übernimmt ab sofort die Amtsgeschäfte

Nachdem der Gemeinderat der SPÖ-Bürgermeisterin von Kirchdorf an der Krems Ende April das Misstrauen ausgesprochen hatte, kam es am Sonntag zu einer Volksabstimmung, ob Vera Pramberger als Ortschefin im Amt bleiben soll.

Rund 59 Prozent der Bevölkerung stimmten dem Misstrauensantrag, den ÖVP, FPÖ und Grüne mit ihrer Zweidrittelmehrheit initiiert hatten, zu und sprachen sich daher gegen die SPÖ-Ortschefin aus. Konkret stimmten 1090 Personen dem Misstrauensantrag zu, 752 waren dagegen. Die Wahlbeteiligung betrug 49 Prozent.

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„Ich bin enttäuscht“, sagte Pramberger im Gespräch mit dem ORF. Trotz aller Enttäuschung müsse sie aber das Ergebnis zur Kenntnis nehmen.

Ab sofort werde der Vizebürgermeister die Amtsgeschäfte übernehmen. Pramberger sei sich keiner Fehler bewusst, sie hätte gerade in der Corona-Zeit große Erfolge erzielt.

Sie sei fachlich nicht geeignet, so einer der Vorwürfe aus der Opposition. Das Land als Aufsichtsbehörde hatte zwar Verstöße gegen die Gemeindeordnung, aber keinen Amtsmissbrauch festgestellt. Wolfgang Dilly, Fraktionsobmann der ÖVP, hatte den Eindruck, dass Pramberger nicht die Interessen der Bevölkerung, sondern ihre eigenen verfolge.

Neuwahl ist erforderlich

Ein Rücktritt war für Pramberger zunächst keine Option: „Weil das Volk mich gewählt hat, und das Volk auch entscheiden soll.“ Die Gemeindeordnung sieht in einem derartigen Fall eine Volksabstimmung vor. Als nächster Schritt steht nun die Neuwahl des Bürgermeisters/der Bürgermeisterin an.

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