Besatzer: Drei Tote bei ukrainischem Angriff auf Krim

In der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim sind bei einem Raketenangriff nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. „Die Zahl der Verletzten ist auf fast 100 angewachsen“, teilte Sewastopols Gouverneur Michail Raswosschajew am Sonntag auf seinem Telegram-Kanal mit. Laut dem Verteidigungsministerium in Moskau hat die Ukraine fünf Raketen des Typs ATACMS abgefeuert.

Vier davon seien abgefangen worden. „Eine weitere Rakete ist beeinflusst von den Aktionen der Flugabwehr von ihrem Kurs abgekommen und ist über dem Gebiet der Stadt explodiert.“ Die ATACMS ist eine ballistische Kurzstreckenrakete aus US-Produktion.

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„Vorläufigen Informationen nach sind unter den Verletzten 27 Kinder, fünf davon in kritischem Zustand – die Ärzte kämpfen um ihr Leben“, schrieb die russische Kinderrechtsbeauftragte Maria Lwowa-Belowa auf Telegram. Viele der Opfer sollen sich am Stadtstrand Utschkujewka im Norden von Sewastopol gesonnt haben, als die Raketentrümmer heruntergingen. Zudem gibt es Bilder von einem brennenden Privathaus in dem Stadtteil. Alle medizinischen Einrichtungen seien mobilisiert worden, um die Verletzten zu versorgen, schrieb Raswosschajew.

Russland hat die ukrainische Halbinsel Krim bereits 2014 annektiert. International anerkannt ist das nicht. Sewastopol ist der Haupthafen der russischen Schwarzmeerflotte. Zudem befindet sich im Stadtgebiet der Militärflugplatz Belbek. Sowohl Flotte als auch den Flughafen nutzt Russland intensiv bei seiner Kriegsführung gegen die Ukraine. Daher greift die Ukraine regelmäßig beide Objekte an.

Bei einem weiteren ukrainischen Angriff auf die russische Oblast Belgorod ist nach Angaben des dortigen Gouverneurs Wjatscheslaw Gladkow ein Mensch getötet worden. Zudem seien drei Personen bei dem Drohnenangriff auf die Stadt Graiworon verletzt worden, schrieb Gladkow auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram.

Im Großraum Kiew sind ukrainischen Angaben zufolge bei russischen Luftangriffen in der Nacht auf Sonntag zwei Menschen verletzt worden. Sie seien durch herabfallende Trümmer verletzt worden, hätten zur Behandlung aber nicht in ein Krankenhaus gebracht werden müssen, teilte der Leiter der staatlichen Verwaltung der Region, Ruslan Krawtschenko, auf Telegram mit. Zahlreiche Gebäude, darunter Wohnhäuser, seien beschädigt worden.

Russland habe drei Raketen abgeschossen, von denen zwei durch die ukrainische Flugabwehr zerstört worden seien, schrieb der Kommandant der ukrainischen Luftwaffe, Mykola Oleschtschuk, ebenfalls auf Telegram. Zur dritten Rakete äußert er sich nicht.

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben militärische Drohneneinrichtungen in Russland vernichtet. Satellitenaufnahmen hätten die Zerstörung von Lageranlagen, Trainingsgebäuden und Kontrollpunkten für Drohnen im Gebiet Krasnodar bestätigt, teilte die ukrainische Marine am Sonntag auf ihrem Telegram-Kanal mit. Entsprechende Bilder, die dies belegen sollen, wurden ebenfalls dort veröffentlicht.

Demnach handelte es sich um einen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht auf Freitag, den das Militär gemeinsam mit dem Geheimdienst SBU gestartet hatte. Das russische Verteidigungsministerium hatte zu dem Zeitpunkt die Abwehr eines groß angelegten Drohnenangriffs auf Gebiete in Südrussland gemeldet. Später bestätigte aber der Gouverneur von Krasnodar, Wanjamin Kondratjew, mehrere Einschläge. Durch die Trümmer abgeschossener Drohnen seien zivile Objekte wie eine Kesselanlage oder eine Ölraffinerie getroffen worden.

Nach Angaben aus Kiew wurden bei dem Angriff auch Trainer für den Drohnenkampf und deren Kadetten getötet. Unabhängig lassen sich diese Angaben nicht überprüfen.

Drohnen gehören zu den wichtigsten Waffen in dem seit mehr als zwei Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Moskau und Kiew überziehen sich wechselseitig mit Drohnen- und Raketenangriffen. Die Schäden und die Zahl der Opfer auf russischem Boden stehen aber in keinem Verhältnis zu den weitaus größeren Zerstörungen der russischen Angriffe.

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