Israel soll Zelte in Rafah angegriffen haben: Viele Tote

Angriffe lösten neue Welle der Vertreibung in Rafah aus © APA/AFP/EYAD BABA

Bei einem Israel zugeschriebenen Angriff auf ein Zeltlager mit Kriegsvertriebenen nahe der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens sind nach palästinensischen Angaben mindestens 24 Menschen getötet worden. 47 weitere Palästinenser erlitten Verletzungen, teilte das von der palästinensischen Terrororganisation Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium am Freitag mit. Das Militär teilte mit, dass erste Untersuchungen nicht auf eine israelische Urheberschaft hindeuteten.

Der Vorfall ereignete sich am Freitag in Al-Mawasi nahe Rafah, wohin viele Menschen geflohen sind, nachdem das israelische Militär Anfang Mai seine Offensive in der mit Flüchtlingen überfüllten Stadt an der Grenze zu Ägypten begonnen hatte. Augenzeugen berichteten, dass israelische Panzergranaten völlig überraschend in dem Zeltlager eingeschlagen seien. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Unter Berufung auf erste Untersuchungen hieß es vom israelischen Militär, dass der Angriff in Al-Mawasi nicht durch die israelischen Truppen erfolgt sei. Der Vorfall werde noch weiter untersucht.

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Zuvor hatte das Militär mitgeteilt, mindestens 32 Palästinenser bei Angriffen in der Stadt Rafah und weiteren Gebieten des Gazastreifens getötet zu haben. Panzer drangen demnach in die westlichen und nördlichen Teile der Stadt vor, nachdem sie bereits den Osten, Süden und das Zentrum eingenommen hatten. Die Angriffe erfolgten aus Flugzeugen, Panzern und Schiffen vor der Küste.

Dies löste eine neue Welle der Vertreibung aus der Stadt aus. Dort hatten sich zuvor mehr als eine Million Vertriebene aufgehalten, von denen die meisten erneut fliehen mussten. Das israelische Militär teilt weiter mit, dass seine Streitkräfte im Raum Rafah „präzise, nachrichtendienstlich gestützte“ Aktionen ausführten, bei denen Truppen in Nahkämpfe verwickelt gewesen und Tunnel der radikal-islamischen Hamas entdeckt worden seien.

Israels Armee teilte am Freitag mit, die Einsätze im Zentrum sowie im Süden des Gazastreifens würden fortgesetzt. In der Nacht auf Freitag sei ein Raketenabschussort des Palästinensischen Islamischen Jihads (PIJ) in einem Gebiet in der Stadt Khan Younis getroffen worden, das als humanitäre Zone ausgewiesen ist. Die Abschussstelle befand sich demnach an einem Ort, an dem viele Zivilisten Schutz vor den Kämpfen im Gazastreifen gesucht hätten. Es seien Maßnahmen getroffen worden, um Schäden von ihnen fernzuhalten. „Terrororganisationen im Gazastreifen platzieren weiterhin Waffen und terroristische Infrastruktur inmitten der Zivilbevölkerung, gefährden diese und nutzen sie als menschliche Schutzschilde“, hieß es von der Armee.

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Auch in Rafah gehen die Kämpfe den Angaben nach weiter. „Die Truppen eliminieren weiterhin Terroristen im Nahkampf“, teilte das Militär in einer Erklärung weiter mit. Israelische Soldaten hätten in der Stadt nahe der Grenze zu Ägypten auch weitere Tunnel entdeckt. Im zentralen Teil des Küstengebiets seien zudem mehrere Terroristen getötet worden.

Die Angaben der Armee ließen sich ebenfalls nicht unabhängig verifizieren. Das Militär gab am Freitag auch bekannt, dass am Donnerstag zwei Soldaten bei Kämpfen im Gazastreifen getötet wurden.

Am Donnerstag und Freitag gab es in israelischen Orten in der Nähe des Gazastreifens erneut Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. Am Donnerstagabend tötete ein Raketeneinschlag israelischen Medien zufolge mehrere Kühe in einem Stall. Berichte über verletzte Menschen gab es zunächst an beiden Tagen nicht.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1.200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober in Israel verübt hatten. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Kriegsbeginn mindestens 37.431 Menschen im Gazastreifen getötet und weitere 85.653 verletzt. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten und lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

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