Sieben Tote bei Luftangriff in Khan Younis im Gazastreifen

Viel Zersörung in Khan Younis © APA/AFP/BASHAR TALEB

Bei einem israelischen Luftangriff in Khan Younis im Süden des Gazastreifens sind nach Krankenhausangaben mindestens sieben Palästinenser getötet worden. 22 weitere seien verletzt worden, teilte ein Mitarbeiter des Europäischen Krankenhauses in Khan Younis am Montag mit. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte. Erstmals seit mehreren Wochen gab es am Montag außerdem in der israelischen Küstenstadt Ashkelon wieder Raketenalarm.

Nach Angaben von Einwohnern in Khan Younis hatten die Getöteten im Auftrag der Hamas humanitäre Hilfslieferungen begleitetet. Es gab zuletzt immer häufiger Berichte von Plünderungen durch verzweifelte Zivilisten im Gazastreifen. Hilfsorganisationen warnen vor dem Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung und Chaos.

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Nach Angaben von Sanitätern verletzten sich zwei Menschen in Ashkelon, als sie in Schutzräume liefen. Mehrere andere erlitten demnach Schocks. Auch in Ortschaften am Rande des Gazastreifens heulten Warnsirenen, wie das israelische Militär mitteilte. Die palästinensische Terrororganisation Islamischer Jihad reklamierte die Angriffe für sich. Das israelische Militär teilte mit, zwei aus dem nördlichen Gazastreifen abgefeuerte Geschosse seien von der Raketenabwehr abgefangen worden.

Zuvor hatte Israels Raketenabwehr den Angaben zufolge ein aus Rafah im Süden des Gazastreifens abgefeuertes Geschoss abgefangen. Israels Militär ist in Rafah seit Anfang Mai im Einsatz. Erklärtes Ziel war die Zerschlagung der letzten Bataillone der islamistischen Hamas in der Stadt an der Grenze zu Ägypten.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor fast neun Monaten sind nach Angaben des israelischen Militärs von verschiedenen Fronten aus – dem Gazastreifen, Libanon, Syrien, dem Iran, dem Irak und dem Jemen – insgesamt rund 20.000 Raketen, Mörsergranaten und Drohnen gegen Israel eingesetzt worden.

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Israels Militär steht unterdessen nach eigener Darstellung kurz davor, die Zerstörung einer Brigade der palästinensischen Terrororganisation Hamas in Rafah zu verkünden. Gemeint sei, „dass sie nicht in dem Sinne besiegt ist, dass es keine Terroristen mehr gibt, sondern in dem Sinne, dass sie nicht mehr als Kampfeinheit funktionieren kann“, hieß es. Eine Stellungnahme der Hamas liegt zunächst nicht vor. Israels Regierung begründet die umstrittene Offensive in der Stadt im Süden des Gazastreifens mit der Notwendigkeit, die Hamas-Einheiten dort zu zerstören.

Auslöser des Gaza-Kriegs war das beispiellose Massaker mit mehr als 1.200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober in Israel verübt hatten. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Kriegsbeginn mindestens 37.626 Menschen im Gazastreifen getötet und mehr als 86.000 verletzt. Die Angaben unterscheiden nicht zwischen Zivilisten und Kombattanten und lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

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