Protest gegen Massentourismus in Rom

Urlauber vor der Engelsburg im Zentrum der „Ewigen Stadt“ © APA/AFP/ANDREAS SOLARO

Bürgerverbände in Rom revoltieren gegen den Massentourismus. Sie fordern von der Stadt Rom und der Regierung eine Einschränkung bei Ferienwohnungen, deren Zahl in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Außerdem fordern sie Beschränkungen beim Zugang von Reisebussen zum Stadtzentrum. 35.000 Ferienwohnungen zählt Rom, außerdem gibt es schätzungsweise weitere 12.000 Wohnungen, die schwarz vermietet werden.

„Der Tourismus ist nachhaltig, wenn ihm Grenzen gesetzt werden. Wir fordern eine Höchstzahl an Ferienwohnungen, wie es in New York, Barcelona und Florenz der Fall ist, damit soll die Entvölkerung des Stadtkerns vermieden werden“, betonte Massimo Marnetto, Sprecher des Bürgerverbands „Motus“, laut italienischen Medien. Der Tourismus müsse in Harmonie mit dem Leben der Einwohner gefördert werden.

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Auch die „Invasion“ der Touristenbusse belaste die Einwohner Roms. „Täglich kommen mindestens 800 Reisebusse in Rom an. Hinzu gibt es noch die touristischen Doppeldeckerbusse, die im Stadtkern kreisen, und die Busse für die Flughäfen. Insgesamt verkehren täglich 1.200 Busse im Stadtzentrum, das ist unannehmbar“, warnten die Bürgerverbände. Die Folge sei, dass es in der Stadt keine Parkplätze für die Bewohnerinnen und Bewohner mehr gebe.

Die Bürgerverbände warnen zudem vor dem katholischen Jubiläumsjahr 2025, das voraussichtlich 30 Millionen Gläubige in die „Ewige Stadt“ locken wird. Die Gemeinde Rom nutzt ein Budget von vier Milliarden Euro, um die Stadt für Besucher in Hinblick auf das katholische Großevent zu modernisieren. Insgesamt sind 189 Projekte geplant, viele davon sehen bedeutende Investitionen in die Infrastruktur vor. Damit soll Rom schöner und für seine Gäste attraktiver sein als je zuvor. Die Metropole hat für das „Heilige Jahr“ ambitionierte Pläne, die im Eiltempo umgesetzt werden müssen. Die Bürgerverbände befürchten jedoch, dass das Jubiläumsjahr zu noch mehr ungeregeltem Massentourismus führen wird.

Giulia Callini, Präsidentin der Kommission für öffentliche Arbeiten der Gemeinde Rom, bittet die Einwohner um Verständnis: „Es werden Monate voller Opfer für die Römer und die Römerinnen sein, die jedoch mit einer lebenswerteren Stadt belohnt werden“, versichert Callini.

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